Ein paar Gedanken zu Hamburg

Diese Stadt ist eine Perle, eine Heimat, ein Tor zur Welt – offen, bunt und herzlich. Das macht sie stark und auch so verwundbar. Ich bin sicher, dass die Bürger dieser Welststadt es nicht noch einmal zulassen werden, dass ihre Stadt so missbraucht wird. Egal, von wem!

Was ist passiert?

Wer in Hamburg lebt, der hat das alles mehr oder weniger kommen sehen. Im März der Vorgeschmack mit der OSZE und 13.000 Polizisten in der Stadt. Das sind im Übrigen 13.000 Menschen! Dann seit Wochen ein wachsendes Polizeiaufgebot in der Stadt, was es in dieser Form noch nicht gegeben hat.

Hamburg beherbergt unglaublichen Reichtum. Nicht nur materiell, sondern auch kulturell und menschlich. Das materieller Reichtum Neid hervorruft, ist nicht neu. Doch die „Kaufleute“ in der Stadt sind ihrem Naturell nach eher mit Stil und Understatement unterwegs. Und im Übrigen gilt auch hier: den Neid anderer muss man sich hart erarbeiten.

Elbe reflection

Um die Balance in allem zu wahren, hilft ein Element immer: Verhältnismäßigkeit. Dieses auch juristische Grundprinzip ist in jedem Bauchgefühl enthalten und muss in Zeiten globaler Komplexität aber genauer betrachtet werden. Zum Beispiel bei der Abwägung von Worten im Vorfeld großer Veranstaltungen und Projekte. Vor allem aber bei der Wahl von deren Austragungsorten und/oder Umsetzungsplänen.

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Ein Land ist kein Unternehmen

Nach dem Laufen gestern Morgen sah ich auf meinem Handy in Facebook einen Artikel von der FAZ über das aktuelle USA-Wahlkampf-Phänomen Donald Trump:

Das Geheimnis des Trumpismus

Spontan musste ich dann dort einen Kommentar loswerden:

„Das scheint mir das selbe zu sein wie mit stillen Verehrern von #Putin. Die mehr oder weniger geheime Bewunderung von mehr oder weniger erfolgreichen Männern, die sich einen Dreck um Regeln scheren und den Eindruck vermitteln, sie könnten einen – ziemlich großen – Laden führen. Wenn man sehen will, wohin es führt, wenn das Volk glaubt, ein Milliardär könne ein Land so führen wie seine Unternehmen, der möge nach Italien schauen. #Berlusconi #Trump

Fazit: No, thanks!“

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Wählen muss man immer

Eins gleich vorweg: Dies ist kein Beitrag zur Unterstützung einer bestimmten Partei. Mein heutiger Blogeintrag richtet sich vielmehr gegen das von Frau Merkel eingerichtete System der präsidialen Verwaltung und soll ein Aufruf sein, am Sonntag zur Wahl zu gehen. Beides – Merkels Politikstil und das Nichtwählen – sind Totengräber einer aktiven Demokratie.

Geistige Lähmung und verbaler Durchfall – auch bei sogenannten Intellektuellen. Das ist bei Nichtwählern recht weit verbreitet. Was in der SPIEGEL-Titelgeschichte in dieser Woche dazu zu lesen war, ist schwer zu ertragen. Die Lähmung hat sich seit 2005 schleichend ausgebreitet, sehr zum Verdienst der amtierenden Bundeskanzlerin. „Die Vielfarbenkanzlerin“ wurde das in den Medien mal genannt – zutreffend. Man könnte es auch Präsidialstil, Verwaltungschefin, Aussitzerin, Machtphysik oder Königin der (Macht-)Beliebigkeit nennen.

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Und nein!, es geht dabei nicht (allein!) darum, Mehrheiten zu organisieren (das kann man übrigens auch mit Vernunft und Sachverstand parteiübergreifend tun), sondern um die Mutlosigkeit unserer Volksvertreter. Letzteres mit dem ewigen Totschlagargument „Die-haben-alle-Angst-nicht-wiedergewählt-zu-werden“ garniert und dazu mit einem an Charisma-Armut, Sprachunkunst (Herr Rösler, setzen – Sechs!) und Verpackungswahrheiten versetzt, so dass man es schon nicht mal mehr wagt, von einer Persönlichkeit mit Ausstrahlung wie Obama zu träumen (ich rede dabei von der Person und nicht von Inhalten).

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Vor der eigenen Tür kehren – Auch Du, Muttilein!

Es ist äußerst beliebt, mit dem Finger auf andere zu zeigen, anstatt die Gründe für Misserfolg bei sich selbst zu suchen. Irgendwann muss man aber bei sich selbst hinsehen – es hilft nichts (anderes). Manchmal hilft einfach nur Abstand. Ohne tägliches Bemühen geht es aber nicht.

Bevor ich zu dem komme, was mich persönlich und aus mir heraus gerade betrifft, sei ein kleiner Abstecher in die deutsche Politik gestattet. Die betrifft mich als 42-jährigen Wähler spätestens im September bei der kommenden Bundestagswahl wieder, allerdings genauso an jedem einzelnen Tag – direkt vor meiner Tür.

Quadriga Italia_Roma

Quadriga Italia_Roma

Angela Merkel würde ich gerne als Bundeskanzlerin im Herbst verabschieden. Sie führt die schlechteste Regierung seit 1949 und verwaltet sich und ihren Machterhalt zu Tode. Vielmehr würde ich aber ihr Politiksystem verabschieden, denn es ist nur auf besagten Machterhalt, eine rückgratslose, beliebige Politik ohne Überzeugungen und damit ein von Frau Merkel perfektioniertes präsidiales Regieren ausgelegt. Sie ist vielmehr Präsidentin, als Kanzlerin. Sie macht reibungslose Politik – mit verheerenden Folgen. Das Schlimmste und Unerträglichste: Sie erfreut sich großer Beliebtheit, weil sie an der von ihr geführten Regierung scheinbar unbeteiligt ist.

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