Immer in Bewegung bleiben – Holding On For Life

Ein Beitrag nach längerer Pause, der zum Großteil schon letzten November geschrieben war:

Gut fünf Monate ist es jetzt her, dass ich aus Australien zurückgekehrt bin. Schon auf dem Rückflug haben sich die neuen Erfahrungen der Reise mit einem angenehmen Abstand bemerkbar gemacht – schneller als erwartet. Der Blick von außen auf eine Sache oder das eigene Leben ist der Schlüssel. Doch wie kann man einen Schritt zur Seite machen, um den Blickwinkel und Abstand zu ändern?

Bewegung in jeder Form ist Leben. Wolken, Rennen, Denken, Blutzirkulation. Es ist ein Kreislauf und im Kreis läuft man auch schneller, als einem lieb ist. Wie verschaffe ich mir den gesunden Abstand zu mir und den Dingen, um gesund zu bleiben – körperlich und emotional?

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The clouds pass by from Frankfurt to Hamburg – Australia is worlds away again.

In der zweiten Novemberhälfte hörte ich ständig Holding On For Life von Broken Bells. Nachdem mein Schlaf am Tag nach der Rückkehr morgens um Vier jäh beendet war, las ich unter anderem ein Interview mit James Mercer und Brian Burton aka Danger Mouse über ihr neues Album After The Disco. Es passte zu den Erlebnissen der zwei Wochen down under.

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Eine Frage der Sicht

Letzten Freitag war ein Feiertag: Konzert der Editors im Docks In Hamburg. Monatelang drauf gefreut, gerade so noch im Juni (überteuerte) Karten ergattert, Lieblingslocation – was will man mehr an einem Freitagabend außer vielleicht einer guten Sicht?

Alles eine Frage des Blickwinkels.

Kaum waren wir drinnen, saßen wir auch schon in der Falle: nix Stempel, nix nochmal raus und wieder rein kommen. Der kleine Hunger musste also drinnen bleiben. Hab‘ mir dann trotzdem zwei Bierchen gegönnt und als ich etwas gedankenverloren im Seitenbereich gegenüber der Bar mit Blick auf den T-Shirtstand saß, rollte plötzlich ein Mann mit Sauerstoffmaske in seinem Rollstuhl an mir vorbei.

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Music is the key

I went to a concert in Hamburg at the „Fabrik“ yesterday. Former Men at Work singer Colin Hay was in town and delivered a two set show full of entertainment, stories, endless humor and such a great voice!

The venue is very intimate and ideal for solo performances or Jazz concerts (saw there Manu Katché once, which was close to perfect…). I took one video (, because unfortunately, my battery was low right from the start). Who Can It Be Now? is surely one of the biggest hits in Colin’s catalogue.

Here is his idea about people expecting him to play those kind of hits at his concerts:

„Well, it’s funny to have a hit.
In fact, I had some.
Around 1984.
People expect me to play them.
Why not play them?
Of course, I play them.
I’m not a fucking idiot!“

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Ich kenne den Osten wie meine Westentasche®

Zugegeben, die Besinnungsphase hat etwas länger gedauert, aber es waren ereignis- und erlebnisreiche drei Monate…

Ich lese noch immer an 2666 von Roberto Bolaño – gerade einmal 70 Seiten bin ich weiter gekommen, davon allein 50 in den letzten zwei Wochen. Und das Schreiben fehlt(e) mir. Dafür sind viele Projekte, Jobs und andere Dinge gut vorwärts gegangen. Das Laufen nimmt wieder seinen ihm gebührenden Platz ein und gibt jedem Tag einen unvergleichlichen Rhythmus.

Im Juni war ich in Berlin zu einem phantastischen Konzert der Thievery Corporation in Huxley’s Neue Welt. Anreise mit Freund und dessen Freundin am Nachmittag, am Abend das zweieinviertelstündige Konzert – noch niemals so abgetanzt in einem Gig, und niemals so viele Leute bei einem Konzert so abtanzen gesehen („Wo, wenn nicht hier?!?“) -, kurzer Abstecher in die pony bar morgens um eins und am nächsten Morgen Frühstück im Blaues Band. Alles in allem, besonders das Konzert: FETT!

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Eine Woche später Betriebsausflug in den Harz. Ferienwohnung in Schierke: Fahrt mit der Brockenbahn, Wanderung hinunter, Abendessen in Wernigerode, Workshop im gemieteten Heim, am nächsten Tag auf der Rückfahrt nochmal in Goslar gehalten, und dann schon innerlich mit den Hufen geschart, um rechtzeitig zum ersten Deutschen Gruppenspiel gegen Australien wieder in Hamburg zu sein. Große Teile der Nacht und der für den Sonntagvormittag geplante Ausflug in den Klettergarten fielen dem Schierker Feuerstein zum Opfer… Das Highlight in Goslar: Im Paulaner die englischen Übersetzungen der Speisekarte: Allerlei vom Fisch = „A number of things of the fish“… Essen und Location: top!

Eine weitere Woche später das Treffen der deutschen AtlasPROfilax®-Sektion in Zeulenroda in Thüringen. Vernon brachte mich in 3:50 Stunden sicher ans Ziel. Das Bio-Seehotel war Tagungsort und bot 1a-Verpflegung, einen Golfplatz mit drei Bahnen und im Keller eine Bowlingbahn, sowie einen Fitnessraum mit Tischtennisplatte. Am Sonntagmorgen dann vorm Frühstück Joggen am See mit Volker Werner. Schwer gezeichnet nach einstündigem Frühstück in vier Stunden zurück nach Hamburg.

Zurück bleibt das andauernde Gefühl, mit klaren Gedanken und neuer Kraft in die kommenden Wochen gehen zu können. Die Antrengung hat sich gelohnt, und der Ausblick auf das einzig freie Wochenende im Juni stimmt mich froh.

Der Rest des Monats wird bestimmt von The artist formerly known as Panzer. Die Fußball-WM hat längst auch den letzten Grummler in ihren Bann geschlagen und passend, wie vor vier Jahren, schaltet das Wetter in den Modus Traumsommer. Bis zum Halbfinale sehe ich kein Spiel am gleichen Ort, dann reisst leider der „deutsche Faden“. Das Ghana-Spiel sehe ich mit meiner Kollegin in der Dannemann Lounge im HSV-Stadion. Wir sitzen das ganze Spiel draußen vor der Lounge im menschenleeren Stadion und verfolgen das 1:0 über die 60 qm große Leinwand und den merkwürdig hallenden Kommentar von Marcel Reif. Drinnen sind die Bildschirme kleiner und die Luft dicker. Alles richtig gemacht, auch wenn es um 22.15 Uhr dann doch schon recht kühl ist. Zwei Wochen später hätte man sich nach diesen Temperaturen gesehnt…

Wochen- und tagelang nehme ich mir vor, endlich wieder (im Blog) zu schreiben, und auch heute, wo es endlich wieder losgeht, schaffe ich es nur mit Unterbrechungen. Dafür habe ich heute schon ausgeschlafen(!), bin 4,5 Kilometer mit Hund gerannt (nicht gejoggt), habe gelesen, etwas The Open, das dritte Major-Turnier der Golfsaison, auf Sky gesehen, dabei festgestellt, dass ich Tiger Woods nicht mag, ja noch nie wirklich mochte, war mit Freund und dessen Tochter Eis essen im AEZ und amüsiere mich noch immer über meinen gestern ersonnenen Satz: Ich kenne den Osten wie meine Westentasche®!

Fazit des Frühjahrs:
If you follow your nose, your feet will know just where to go.

[Straight On, Terry Hoax; Album: Den Kindern geht es gut und sie lassen grüßen]

2666, Lost Boy(s) und Washington in Berlin

Roberto Bolaños Meisterwerk 2666 begleitet mich zur Zeit in den Schlaf. Die endlosen Sätze voller Fabulierkunst lassen wenig Wünsche offen.

In Anlehnung an die Rubrik „… plant seinen Monat“ im KulturSPIEGEL freue ich mich auf weitere Highlights bis Juni: Lostboy! A.K.A. Jim Kerr im Knust in Hamburg, Paul Weller in Amsterdam, Thievery Corporation in Berlin, Luka Bloom in der Fabrik in Hamburg und z. B. Schneller als der Tod von Josh Bazell.

Extrem empfehlenswert ist überdies der Besuch von Männer, die auf Ziegen starren. Fazit des Films, wie dort auch gehört: More than a feeling!