Night Nurse

Es kommt immer mal wieder vor, dass ich bis spät in die Nacht im Büro sitze oder zu Hause noch arbeite. So lange dies geschieht, weil ich mit Hingabe eine Aufgabe erledige, ist das kein Problem. Überhaupt bietet der Tag ab Mitternacht eine Menge positive Aspekte.

In jedem Fall ist klar, dass kaum das Telefon um diese Uhrzeit klingeln wird. Ausnahme, ein Freund ruft aus Kalifornien an, da sein Tag gerade erst begonnen hat – so wie gerade eben. Wenn man dann ein solches Gespräch über FaceTime führt, sieht derjenige wenigstens gleich, dass bei mir von Tageslicht keine Rede mehr sein kann.

Geisterschiff

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Ziele – Wieso, mit wem, wohin?

Im Grunde formuliere ich jeden Morgen schon diese Vorgaben, die ich erreichen möchte, wenn ich mir im Büro ein Kalenderblatt ausdrucke und dort notiere, was ich bis um 18.00 Uhr erledigt haben will. Dabei lerne ich gerade erneut, diese Ziele auch so auszuwählen, zu formulieren und zu begrenzen, dass deren Erreichbarkeit mit dem Maß aller Dinge vereinbar ist – der Realität.

Selbstredend gelingt mir das nicht immer, aber schon sehr viel besser und häufiger als noch im vergangenen Jahr. Ohne Ziele geht es nun mal nicht im Leben. Sonst ist es keins.

Viele Menschen machen den Fehler, Ideale mit Zielen zu verwechseln. Gut erst einmal, überhaupt eigene Ideale zu haben. Sie sind aber nur eine Orientierungshilfe und können nicht erreicht werden. Womit wir wieder bei den Zielen wären. Ich kann sie in einem Stundenplan festhalten, im Grunde so, wie man es früher in der Schule getan hat. Ich kann sie in einem Team formulieren und verbindlich festlegen (Konsequenzen inklusive) – neuhochdeutsch: Meilensteine -, ich kann sie mir selbst gegenüber formulieren oder mit meinem (Lebens-)Partner besprechen.

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Ich kenne den Osten wie meine Westentasche®

Zugegeben, die Besinnungsphase hat etwas länger gedauert, aber es waren ereignis- und erlebnisreiche drei Monate…

Ich lese noch immer an 2666 von Roberto Bolaño – gerade einmal 70 Seiten bin ich weiter gekommen, davon allein 50 in den letzten zwei Wochen. Und das Schreiben fehlt(e) mir. Dafür sind viele Projekte, Jobs und andere Dinge gut vorwärts gegangen. Das Laufen nimmt wieder seinen ihm gebührenden Platz ein und gibt jedem Tag einen unvergleichlichen Rhythmus.

Im Juni war ich in Berlin zu einem phantastischen Konzert der Thievery Corporation in Huxley’s Neue Welt. Anreise mit Freund und dessen Freundin am Nachmittag, am Abend das zweieinviertelstündige Konzert – noch niemals so abgetanzt in einem Gig, und niemals so viele Leute bei einem Konzert so abtanzen gesehen („Wo, wenn nicht hier?!?“) -, kurzer Abstecher in die pony bar morgens um eins und am nächsten Morgen Frühstück im Blaues Band. Alles in allem, besonders das Konzert: FETT!

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Eine Woche später Betriebsausflug in den Harz. Ferienwohnung in Schierke: Fahrt mit der Brockenbahn, Wanderung hinunter, Abendessen in Wernigerode, Workshop im gemieteten Heim, am nächsten Tag auf der Rückfahrt nochmal in Goslar gehalten, und dann schon innerlich mit den Hufen geschart, um rechtzeitig zum ersten Deutschen Gruppenspiel gegen Australien wieder in Hamburg zu sein. Große Teile der Nacht und der für den Sonntagvormittag geplante Ausflug in den Klettergarten fielen dem Schierker Feuerstein zum Opfer… Das Highlight in Goslar: Im Paulaner die englischen Übersetzungen der Speisekarte: Allerlei vom Fisch = „A number of things of the fish“… Essen und Location: top!

Eine weitere Woche später das Treffen der deutschen AtlasPROfilax®-Sektion in Zeulenroda in Thüringen. Vernon brachte mich in 3:50 Stunden sicher ans Ziel. Das Bio-Seehotel war Tagungsort und bot 1a-Verpflegung, einen Golfplatz mit drei Bahnen und im Keller eine Bowlingbahn, sowie einen Fitnessraum mit Tischtennisplatte. Am Sonntagmorgen dann vorm Frühstück Joggen am See mit Volker Werner. Schwer gezeichnet nach einstündigem Frühstück in vier Stunden zurück nach Hamburg.

Zurück bleibt das andauernde Gefühl, mit klaren Gedanken und neuer Kraft in die kommenden Wochen gehen zu können. Die Antrengung hat sich gelohnt, und der Ausblick auf das einzig freie Wochenende im Juni stimmt mich froh.

Der Rest des Monats wird bestimmt von The artist formerly known as Panzer. Die Fußball-WM hat längst auch den letzten Grummler in ihren Bann geschlagen und passend, wie vor vier Jahren, schaltet das Wetter in den Modus Traumsommer. Bis zum Halbfinale sehe ich kein Spiel am gleichen Ort, dann reisst leider der „deutsche Faden“. Das Ghana-Spiel sehe ich mit meiner Kollegin in der Dannemann Lounge im HSV-Stadion. Wir sitzen das ganze Spiel draußen vor der Lounge im menschenleeren Stadion und verfolgen das 1:0 über die 60 qm große Leinwand und den merkwürdig hallenden Kommentar von Marcel Reif. Drinnen sind die Bildschirme kleiner und die Luft dicker. Alles richtig gemacht, auch wenn es um 22.15 Uhr dann doch schon recht kühl ist. Zwei Wochen später hätte man sich nach diesen Temperaturen gesehnt…

Wochen- und tagelang nehme ich mir vor, endlich wieder (im Blog) zu schreiben, und auch heute, wo es endlich wieder losgeht, schaffe ich es nur mit Unterbrechungen. Dafür habe ich heute schon ausgeschlafen(!), bin 4,5 Kilometer mit Hund gerannt (nicht gejoggt), habe gelesen, etwas The Open, das dritte Major-Turnier der Golfsaison, auf Sky gesehen, dabei festgestellt, dass ich Tiger Woods nicht mag, ja noch nie wirklich mochte, war mit Freund und dessen Tochter Eis essen im AEZ und amüsiere mich noch immer über meinen gestern ersonnenen Satz: Ich kenne den Osten wie meine Westentasche®!

Fazit des Frühjahrs:
If you follow your nose, your feet will know just where to go.

[Straight On, Terry Hoax; Album: Den Kindern geht es gut und sie lassen grüßen]