Crashing your own party

It seems to me that – like I’ve seen it many times ago – an IPO is rather a curse than a blessing:

Already after a few weeks – in this case already a few days – the according enterprise and especially its investors start wondering what an IPO is really good for. Because honestly speaking, it’s just for – more – money.

Do you know what a so-called ‚Hidden Champion‘ is?! It’s a world market-leading enterprise led by members of a family for decades, REFUSING to do an IPO. Hidden, because nobody really knows them, and Champion, because money does not put fog in their brains…

As I said before: I doubt that FB will be where it is now in 5 year’s time – expressing it kindly…

What do you think?!?

And I haven’t even started discussing the so-called business model of Mr. Zuckerberg’s enterprise…

By the way: The community which has given him so much credit until now are the same people which will be gone in the blink of an eye, if they get angry or feel cheated upon, and get the same or even better offers somewhere or from someone else…

Don’t they?

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Den Neid der anderen muss man sich hart erarbeiten

Scheinbar gilt das nunmehr auch für Borussia Dortmund – zumindest auf nationaler Ebene. Bisher war es stets Bayern München, das sich bestimmte Einschätzungen gefallen lassen musste: von „eiskalt“, über „gnadenlose Chancenverwertung“ bis hin zum (welt-)berühmten „Bayern-Dusel“.

Ich gratuliere Borussia Dortmund zum verdienten Gewinn nicht nur der Meisterschaft, sondern jetzt auch des DFB-Pokals. Das erste Double in der 103-jährigen Vereinsgeschichte.

Wie ist das nun mit dem „BVB-Dusel“? Oder nutzt Dortmund nur eiskalt und hocheffizient seine (Konter-)Chancen?

Als nicht ganz objektiver Beobachter stelle ich fest, dass die Herren Reif und Réthy (letzterer beim ZDF übrigens immer noch Erbe des ersteren – ein Umstand, der fast 20 Jahre nach dem Erbfall den Wunsch nach Verrentung immer größer werden lässt) nicht geeignet sind, diese Fragen adequat zu kommentieren, geschweige denn zu beantworten.

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Mediacoffee vs. Alstercoffee 0:4

Der Rahmen für den mediacoffee von news aktuell in Hamburg am vergangenen Mittwochabend war vielversprechend: Thema, Zeitpunkt und vor allem die Besetzung der Diskussionsrunde deuteten auf einen interessanten Abend hin. Nun ist es zum einen so gewesen, dass ich mich schon vor Wochen angemeldet hatte – Giovanni di Lorenzo mal live zu sehen, dazu noch bei der Themenvorgabe, war Grund genug. Zum anderen kann ein Teil der folgenden Schilderung nur aus zweiter Hand erfolgen.

Letzteres ist dann auch das Zentrum dieses Beitrags – das Epizentrum gewissermaßen. Ich war nämlich fünf Minuten zu spät erschienen, und man bzw. frau(en) wollte mich nicht mehr rein lassen. Da half auch nicht der Hinweis, dass meine Freundin drinnen samt freigehaltenem Platz auf micht wartete. Was tun? Ärgern, entspannen oder randalieren? Zumindest verbal etwas Gas zu geben war durchaus verlockend, angesichts des wunderbaren Frühsommerwetters allerdings pure Energieverschwendung. Der Hinweis, ich könne aber im Nebengebäude gerne den Live-Stream verfolgen, – wir befanden uns auf dem Gelände der Bucerius Law School – brachte mein Blut dann doch noch einmal in Wallung, will sagen: ich kam mir etwas verarscht vor.

Aber nur etwas, denn dazu gehören ja auch immer zwei Parteien. Nun ist es ja so, dass sowohl das sofortige Twittern der Situation (mein erster Tweet dazu lief direkt im Auditorium auf der Twitter Wall auf, grins), als auch dieser Text, den Eindruck erwecken könnten, ich tue mir in der beschriebenen Situation doch ein bisschen selber Leid. Daher versuchte ich, meine Finger und Gedanken etwas zu kontrollieren. Ich versuchte gewissermaßen auf Konter zu spielen, um die Fußballersprache zu bemühen. Ein Unentschieden hätte mir auch gereicht, oder ein knappes 1:0. Doch wie der weitere Verlauf noch zeigen sollte, lagen noch vier Tore und wenig Gegenwehr in der Luft – davon allein zwei Eigentore.

Jetzt beginnt der Teil, den ich mir aus Tweets, Nachberichten und „Zeugenaussagen“ rekonstruieren muss: Da ich selbst seit vielen Jahren im Eventmanagement tätig bin, kann ich zum Teilnehmermanagement der Veranstaltung nur sagen: Angemeldete Teilnehmer abzuweisen und den Raum offensichtlich deutlich zu überbuchen, sind No-Gos, mit denen man eine Veranstaltung oder Veranstaltungsreihe problemlos versenken kann. Vielleicht sieht man das bei news aktuell anders oder ist zu groß für kleine, flexible Bewegungen. In jedem Fall ging ich so problemlos in Führung. (Für die weitere Dokumentation des Spielverlaufs verweise ich gerne auf meine Timeline bei Twitter – Tweets vom 20. April 2011.)

Das Wetter baute für mich den Vorsprung mühelos und mit Leichtigkeit aus. Wozu Lebenszeit mit Ärger, schlechter Luft und, soll ich vorgreifen? – mit wenig Inhalt und schlechter Moderation verschwenden? Letzteres brachte mich uneinholbar in Führung und geleitete mich zur Außenalster und einem rasanten 11-Kilometer-Lauf – irgendwo muss der Frust dann ja doch bleiben.

Fast überflüssig zu erwähnen, dass weder das Thema der Veranstaltung getroffen wurde, noch der „Moderator“ den Sinn einer Podiumsdiskussion erfasst hatte. Am Ende war es fast eine glückliche Fügung für mich und ich konnte sagen: Et kütt wie et küüt. Gut, das Essen hinterher sei sehr gut gewesen, hörte ich, und, ja, das war auch Teil meines Ärgers, denn ich hatte nicht wirklich Zeit zum Essen tagsüber gehabt und auf den Abend gehofft und vertraut.

Die Menschen, die Atmosphäre und die eine Persönlichkeit hätte ich doch gerne gesehen, gehört und gespürt. Doch tatsächlich hörte ich nur, es sei wie folgt gewesen: Laaaaaaaaangweiliiiig!

Portugal – Vivo sonhando

Unter dem Titel Kater ohne Party war in der Wochenend-Ausgabe der SZ ein Bericht über die wirtschaftliche und finanzielle Lage in Portugal zu lesen. Die Stimmung im Land wird dort als Mischung aus Galgenhumor, Verzweiflung und Gewohnheit beschrieben. Anders als Irland haben nicht die Banken das Land in die Bredouille gebracht. Anders als Griechenland hat die einstige Kolonialmacht nicht seine Rechnungen frisiert.

Griechenland hat aber 2004 die Fußball-EM in Portugal gewonnen. Der von der EU subventionierte Bau der schönen modernen Stadien belastet das Land bis heute. Dazu kommen niedrige Sparquote, hohe Staatsverschuldung und eine Arbeitslosenquote von 11 Prozent. Keine guten Voraussetzungen, um auf EU-Hilfen verzichten zu können.

Als ich im Januar 2009 zuletzt in Lissabon war, war es unübersehbar, dass das Land zu den ärmeren in der EU gehört. Obdachlose vor dem Finanzministerium sind der Normalfall. Bei meinen Fußmärschen durch die Stadt ist mir eine einzige Straße bzw. Häuserzeile aufgefallen, die komplett intakt war, alle anderen waren mit mindestens einer Ruine oder einem baufälligen Gebäude versehen.

Die Mentalität der Portugiesen liegt mir. Man spürt bereits den rauhen Atlantik in ihrem Wesen, sie sind freundlich, scheinen zunächst etwas distanziert und können auf eine so reiche Geschichte zurückblicken. Lissabon ist für mich eine der fünf schönsten Städte der Welt – auch zum Wohnen und Leben. Ein Stadtbild geprägt von Nähe und Ferne – der Fluss Tejo mit direkter Strömung zum Meer. Seefahrer, was wollt Ihr mehr?

Musik dazu, auch wenn brasilianisch: Vivo sonhando – Dreamer von Morelenbaum²/Sakamoto (Album: Casa). Buchempfehlungen: Antonio Tabucchi – Lissabonner Requiem; Pascal Mercier – Nachtzug nach Lissabon.

Lissabon_Amor@Anarquia

Mich überkommt Fernweh, wenn ich an das Castelo de São Jorge denke, an den Blick auf den Fluss, die großen dunklen Schatten der Wolken auf dem Wasser und die Hügel der Stadt.

Vivo sonhando!

In the year 2050, 2050

Greenpeace hatte gestern eine zeitliche Einschätzung zum Atomausstieg veröffentlicht. Gleichzeitig berichtete Franz Alt auf sonnenseite.com über eine HSBC-Studie zur Energieversorgung und Weltwirtschaft im Jahr 2050.

Ein Text von mir dazu ist in der News-Sektion von Ratingwissen zu finden. Meine Erfahrung mit der Rezeption von Themen, die bereits heute am Horizont auftauchen, aber bis zum Aktuellwerden noch scheinbar Aufschub dulden, war in den letzten Jahren eher frustrierend. Man bereitet die Themen relevant und mit Expertenunterstützung auf; dennoch muss erst Wesentliches passieren oder der Handlungs- bzw. Leidensdruck extrem anwachsen, bevor gehandelt wird.

Beim Thema Energieversorgung geht das aus zwei wesentlichen Gründen nicht: Klimaschutz und Gefahr durch nicht beherrschbare Energiequellen. Die maximale Aneinanderreihung von Ereignissen zu einer Katastrophe und die untilgbaren Bilder aus Japan haben aus dem Stand diesen Handlungsdruck aufgebaut.

Diese Themen kann man nicht aussitzen. Sie erfordern jetzt und nicht in zehn Jahren ein Handeln, und sie erfordern jetzt und nicht in 30 Jahren einen Plan, wohin die Reise gehen soll.

Und da sind wir wieder bei der Frage nach der Energieversorgung im Jahr 2050: Die BRIC-Staaten werden die Gewichte in der Weltwirtschaft weiter verschieben und es wäre eine Schande, den Technologievorsprung bei den Erneuerbaren Energien einfach dran zu geben.

Grün ist die Farbe der Hoffnung. Ob sie auch die Farbe des Handelns ist, wird sich zeigen.

Gedanken am Samstagmorgen

Ich las gestern in einem Tweet, dass man die besten Gedanken verpasse, wenn man sich nicht selbst reflektiere. Mein Reden. Viele Menschen neigen in dieser Hinsicht zu großer Bequemlichkeit, wenn nicht gar Ignoranz – die Rechnung kommt dann später.

Also abgesehen vom reduzierten Erlebnisgehalt und Erkenntnisgrad im eigenen Dasein, ist das natürlich auch eine Frage von „Reinigung“, Konstanten, Koordinaten, Zielen und Orientierung.

Gestern war auf Spiegel Online etwas über Meinungsabgleich und Filterfunktion(en) durch Facebook, Google etc. zu lesen. Ich habe dazu nur die Überschrift und das dazugehörige Bild gesehen, eine Landkarte mit Verbindungslinien bzw. Ballungszentren, scheinbar bezogen darauf, wer wo welche Meinung vertritt, widergibt oder ihr folgt.

Nun ist das Folgen ja seit Twitter etwas ganz anderes geworden oder hat zumindest im Online-Bereich eine eigene Dimension erlangt. Ich „folge“ auch, und mir wird „gefolgt“. Was ist die Folge davon und wieviel (mehr) an Meinung(en) gebe ich ungefiltert weiter oder folge ich, weil das Agenda Setting gerade entsprechend angesagt ist bzw. vorgenommen wurde?

In Nordafrika folgen die Menschen dem Ruf der Freiheit und online organisieren sie sich schnell und zielgerichtet. Das ist ein gutes und gesundes Wachstum, und letztlich folgerichtig. Denn ein Netz verbindet, und dieses spezielle Netz kann es schneller und besser als jedes andere. Es ist ja nur eine fortgeschrittene Art des Telefonierens, an dem zudem der ganze Planet teilnehmen kann – wenn er denn Zugang hat.

Dass jeder am besten seiner eigenen Nase folgen sollte, und nicht nur Trends, reinen Modeerscheinungen oder Wahnvorstellungen, versteht sich von selbst. Und da sind wir wieder bei den eigenen Gedanken.

Ich liege auf dem Sofa, tippe in mein iPhone in beachtlicher Geschwindigkeit, und spüre den gestrigen Abend in den Knochen. Eine 60-Stunden-Woche ging mit Chinese Boxing in Ottensen und einem anschließenden Umtrunk in der Nähe zu Ende. Der Raum jetzt gerade zwischen endgültigem Wachwerden und Aufwachen ist wie gemacht für diese Gedanken.

Nach knapp vier Wochen Twitter, zahllosen Tweets und viel Lachen und Kopfschütteln ist es Zeit für ein Zwischenfazit.

Die eigene Aufmerksamkeit wird in vielen, häufig zu vielen, Details gebunden. Das ist dann eine Frage der Selbsterziehung. Das eigene Verhalten ändert sich teilweise dramatisch, und das ist spätestens dann schlecht, wenn es nicht gewachsen ist, sondern durch die schlichte (technische) Möglichkeit bzw. Machbarkeit motiviert wird. Mit anderen Worten: Ich mache es dann nur noch, weil es geht oder weil ich es kann, z. B. mit Hilfe meines Smartphones. Da leidet schnell die sichtbare Aufmerksamkeit für Menschen am gleichen Ort, im gleichen Raum – was auch eine Frage von Respekt und Höflichkeit ist.

Ich kann damit umgehen. Ich bin jetzt 40 und kenne das Beste aus beiden Welten – offline sozialisiert und online weitergebildet und geschult. Doch Gespräche wie das, dessen unfreiwilliger Zeuge ich am Dienstag im Bok in Ottensen wurde, zeigen mir, dass die Facebook-Generation von heute das ohne eine intakte Begleitung der Eltern nicht mehr kann. Die eigene Wahrnehmung und die wechselseitige Wahrnehmung meiner „Freunde“ auf der Grundlage vorgegebener Raster und Technik ist letztlich gnadenlose Auslese und nicht selten der Weg in die Selbstentfremdung. Die Gesprächsthemen und vor allem die Art und Weise der (Selbst-)Darstellung sind leider zu oft oberflächlich, gänzlich wertend und noch häufiger völlig inhaltsleer.

Eins wird immer so bleiben: Das Leben ist offline und draußen. Bin ich online, bin ich erreichbar, und auf Linie – finde mich aber vielleicht selbst nicht (mehr). Wie mein Chef immer so schön sagt: „Wer nicht raus geht, kann nichts erleben.“

Ich fahre jetzt nach Blankenese zu meinem Optiker. Da wartet ein Steve McQueen-Poster auf mich. Das kann ich anfassen, verschenken oder mir in die Wohnung hängen. Neulich habe ich mir einen Fotoband von William Claxton über McQueen bestellt – gebraucht, denn das Buch gibt es nicht mehr. Ich habe es gerade in die Hand genommen und nehme mir jetzt die Zeit, es überhaupt mal richtig und aufmerksam anzusehen.

Und um so eine coole Sau wie Steve McQueen zu werden, muss man raus gehen und Dinge (er)schaffen, die auch in 50 Jahren noch den gleichen Wert haben werden – wenn es Facebook schon lange nicht mehr gibt und wir vermutlich schon über unsere Gedanken ins Netz gehen können.

Auch (am besten) an einem Samstagmorgen.

Musiktipp: „The World Is Outside“, The Ghosts (Album „The World is Outside“).