Das goldene Zeitalter?

Eigentlich wollte ich einem Kollegen ein Foto mit einem Kompass aus meinem privaten Bestand raussuchen, als ich auf ein 10 Jahre altes Bild aus Hannover stieß. Unweigerlich musste ich an das Champions League-Finale in zwei Tagen in London und die vieldiskutierte Frage, ob jetzt die große Zeit des deutschen (Vereins)Fußballs anbricht, denken. 

Sonnenuhr im Großen Garten (Herrenhäuser Gärten) in Hannover.

Sicher, eine Sonnenuhr ist kein Kompass, aber die Himmelsrichtungen sind auch vorhanden. Wohin geht die Reise, folge ich dem richtigen Weg? Und scheint die Sonne morgen auch noch?

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Emotionen in 4 Farben – Begegnung mit einer großen Persönlichkeit || Colours and emotions – Meeting one of the last real personalities of our time

Am Tag vor Himmelfahrt bin ich in die Schweiz gefahren. Schon im Februar hatte ich ein Seminar zur Weiterbildung gebucht. Die exakte Initialzündung zur Anmeldung erinnere ich nicht mehr, aber den Plan dieses spezielle Seminar zu besuchen trug ich bereits seit Herbst 2009 in mir. Nach 30 Minuten am ersten von vier Seminartagen war mir schlagartig klar: Hier bin ich richtig!

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In Brunnen am Viewaldstätter See, zwischen Luzern und Zug gelegen, trafen 18 Teilnehmer aufeinander, die eines gemeinsam hatten: sie waren offen für Neues und bereit, über den eigenen Tellerrand zu sehen. Diese – sagen wir mal – gleichgerichtete Energie war eine wahre Wohltat und eröffnete zusätzliche Ressourcen für die Aufnahme der Inhalte der Veranstaltung: Farbpsychologie. Ein Ausdruck, der dem Dozenten und Entwickler der Methode sicherlich nur bedingt gefallen dürfte.

Max Lüscher nur für sich genommen, ist bereits ein (Natur)Ereignis. Das spiegelte sich unter anderem auch in den verschiedenen Nationalitäten der Teilnehmer wider: Schweiz, Niederlande, Österreich, England, Ukraine, Russland/ Lettland, Deutschland. Der Ansatz von Lüscher, die Atmosphäre, die Menschlichkeit, der Humor, die Herzlichkeit, die Organisation und Betreuung vor Ort (danke Frau Hennes!), die Anwesenden, die Logik des Ganzen – einfach faszinierend!

To look outside of the box is probably one of the characteristics that I appreciate the most about other people. Sometimes it can be exhausting to be like that, and at the same time it also can set free energy and creativity like nothing else. Sitting in a room with 20 people being open to new grounds and willing and able to reflect about themselves, was an experience I had at the beginning of June that I will never forget.

What had happened? I went to Switzerland to witness a course on colours and their emotional meaning. Hardly have I met a person like Max Lüscher before. His knowledge on human behaviour, his kind of speaking, the words he chooses and his whole appearance is unique. He does not speak to sell something or to convince others, he speaks to get in touch with others, to broaden his horizon and to offer people an entrance to themselves. From my point of view, he is one of the last true personalities of our time, having witnessed almost 90 years of life and heaving met so many other brilliant people throughout this time. I can hardly express how thankful I am and will always be to have received the opportunity to get to know and learn from him.

Der 4-Farben-Mensch, wer ist das? Und wie ist er? Da ich niemals die Sprache und gewählten Worte dieses 1923 in Basel geborenen Mannes wiedergeben kann, taugt dieses Interview mit ihm sicherlich besser, um eine kurze Einführung in die Regulationspsycholgie zu geben und die Emotionen und Empfindungen zu beschreiben, die hinter den Farben stehen bzw. mit ihnen verbunden sind. Die „Psyche“ des Menschen ist dreidimensional, und Worte können dieses komplexe Gebilde nur unzureichend beschreiben. Vor allem werten sie auch und geben letztlich nur Meinungen wieder. Aus dieser Erkenntnis heraus hat Max Lüscher vor über 50 Jahren seinen Farbtest entwickelt und ständig weiter verfeinert.

Aber hören wir den großen Menschenkenner selbst:

Unfortunately, this video is only available in German language, and there are hardly any interviews with him to be found in the web anyway. For information on Lüscher Color Diagnostic you should take a look here.

So what was the main thing I learned there apart from the fact that I do understand myself even better now and have never been that relaxed before? Let’s take this quote: „What is most important in life? In fact it is not only knowing people, but understanding how they are and why they are the way they are.“

It is obvious that this knowledge reflects on all areas of life. I’m looking forward to continuing the course in October. In fact, I’m already counting the days…

First time @ Neptun Award

Gestern fand im vom Aussterben bedrohten Kino Streit’s am Jungfernstieg in Hamburg der Neptun Award 2011 statt. Ich war vor Ort – und multimeditierte mir die Finger am iPhone wund. Das Event zeichnet jährlich im Wettbewerb von 5 Finalisten die beste Crossmedia-Kampagne des Jahres aus. Die für die jeweilige Kampagne verantwortliche Agentur muss vor Fachjury und Publikum performen und in 20 Minuten mit oder ohne Einspielfilme die Kampagne und deren Stringenz erklären bzw. vermitteln.

Hier der Mitschnitt der gelungen Erklärung der Veranstaltung von Moderator Harald Kratel:

Ich twitterte mir währenddessen die Finger wund, machte Fotos, drehte kurze Filme (leider keinen von der genialen „Show“ der Rampensau von Scholz & Friends), und notierte und SMSte die Einzelnoten für die Abstimmung zu jeder Präsentation. Die Timeline bei Twitter unter #neptun11 zeigt recht gut den Verlauf des Events und die „Diskussionen“ im Verlauf. Am Ende schlägt Meister (Scholz & Friends für Mercedes) den Meister der Herzen (kempertrautmann für die Initiative Vermisste Kinder) äußerst knapp, aber nicht unverdient. Das Budget der beiden Agenturen wollen wir besser nicht vergleichen…

In jedem Fall war für jeden etwas dabei: Spannung, Kurzweile, Fremdschämen (#Tenor), Inkompetenz, Begeisterung, Entertainment, Professionalität, große Emotionen, spannende Themen.

Fazit: Präsentieren ist nicht jedermanns Sache und entscheidet, wenn es eng wird bei einer Entscheidung. Und was das Thema Crossmedia angeht, ja, da ist noch – jedenfalls in der Masse – reichlich Luft nach oben. Aber bitte nicht falsch verstehen: Technik gut, richtig und zielgenau eingesetzt ist bisweilen grandios – nur um ihrer selbst willen kann sie aber genauso schnell sperrig, kompliziert, deplaziert, bemüht und desaströs wirken.

Ich freue mich auf das nächste Jahr, sage danke für die Einladung und großen Respekt an alle Beteiligten, besonders den 5 Kandidaten, die sich bis ins Finale gekämpft haben.

Wer wagt, gewinnt!

Who dares wins is something rather rarely practiced these days – at least in (German) politics. To enter a competition and to face the vote of jury and audience takes courage, drive and hard work. At yesterdays Crossmedia event in Hamburg – Neptun Award 2011 – attendants could experience all of this, and even more.

From my point of view, all the modern communications stuff is worth nothing without the human touch and the related emotions. Technique and gadgets just for the sake of themselves don’t amount to anything, but cleverly added might be that little difference between good and overwhelming.

I like the event – even before yesterday from the stories I heard about it – and am already looking forward to visiting it again next year. All in all, being there, one could witness again how important it is to think outside of the box.

A big thanx & respect for all those who have been involved in the event. See you next year!

In der Servicewüste eines Service-Providers

Am Wochenende hat alles mit dem iPhone angefangen, und endete mit debitel. 10 Jahre Kunde – warum nur? Diese feststellende Frage beschäftigt mich seit Wochen, vor allem jedes Mal dann, wenn ich in Versuchung geriet, das iPhone zu erwerben.

Dieses Mal ist die Micro-SIM-Karte der Stein des Anstoßes gewesen. Sie kostet mehr, als beim Netzanbieter selbst (Unverschämtheit!), sie kann nicht im Shop im Shop (z. B. Stand im Saturn) bestellt werden („Dann müssen Sie die Hotline anrufen.“), und der reine Shop mit dem grünen Schild oben drüber ist in der Hamburger Innenstadt an einem Samstag schon um 18.00 Uhr geschlossen. Schon mal was von Customer Relationship Management gehört?!

Es reicht jetzt.

Der Ärger (über die Jahre) ist groß – auch über die eigene Inkonsequenz. Die Kündigung geht diese Woche noch raus. Sie ist überfällig. Grottenschlechter Service, ständige Werbung von der Targo-Bank, Interesse nur, wenn etwas verkauft werden soll, und und und…

Die Dame, die am Samstag neben mir im Apple-Shop im Alstertal saß, berichtete mir von zu erwartenden Problemen mit der kleinen, neuen SIM-Karte. Sie hat deshalb eigens den Anbieter gewechselt und wird den besagten Service-Provider kündigen, weil sie einfach nur wollte, das alles einfach nur funktioniert.

Das ist übrigens das Kunden-Grundrecht schlechthin. Neben dem auf Service.