Californication: Gewonnene und verlorene Zeit… und jeder Moment dazwischen

Tag 3 nach meiner Rückkehr aus Los Angeles und ja, es wird langsam besser, doch ist dieser Zustand namens Jetlag immer noch wie ein Geist in meinem Haus unterwegs. Ist das Aufwachen zur Unzeit gewonnene oder verlorene Zeit? Und vor allem: was ist mit all den Momenten dazwischen?

In dieser Nacht, die immer noch andauert, habe ich es immerhin schon mal auf drei Stunden Schlaf am Stück geschafft. Zwei Uhr irgendwas zeigte die Uhr, als ich vorhin aufwachte. Weiterschlafversuche scheiterten mehrfach und ich entschloss mich, vorübergehend aufzustehen. Was sollte ich auch tun? Mein Körper ist offensichtlich immer noch in Kalifornien und ich vermisse auch immer noch auf irritierte Weise das Rauschen des Meeres in Venice Beach, das ich jeden Abend als letztes und jeden Morgen als erstes im Schlafzimmer meiner Unterkunft lächelnd wahrnahm.

Venice Beach Dusk

Ins Wohnzimmer führte mich nun der Weg. Schnell war der Entschluss gefasst, die vor der Reise angefangene DVD Abenteur in Rio weiter zu sehen. Ich schaltete den Fernseher an und es ertönte Discomusik und Menschen auf einer Tanzfläche bewegten sich dazu. Schnell den Videotext befragt und bereits zuvor Sophie Marceau erkannt. Die nächsten 60 Minuten dann einen herrlich leichten französischen Liebesfilm gesehen, der mich mit der Frage zurück ließ, ob die Ewigkeit nicht sehr lang ist und was ich davon in jedem Moment meines Lebens habe?

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Hätte hätte, Schlandkette…

„Kleine“ Anmerkung zum Spanien-Spiel bei der WM gestern:

Jeder Vergleich von Leistungen und Titeln der Spanier (2008-2012) zu Leistungen anderer Länder in der Fußball-Geschichte hinkt doch (sowieso). Deutschland (DE) war dreimal hintereinander im Finale (82-90). Na und? Insgesamt in 7(!) WM-Finals. DE ist bei EMs dreimal Erster, dreimal Zweiter… Spanien hat bis 2008 nix, aber auch gar nix gewonnen (abgesehen von Vorläufer-„EM“ in den 60ern).

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Die Fallhöhe für Spanien war maximal und in der Gruppe wäre – Achtung, jetzt kommt’s – Brasilien wohl auch akut gefährdet gewesen…

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Das goldene Zeitalter?

Eigentlich wollte ich einem Kollegen ein Foto mit einem Kompass aus meinem privaten Bestand raussuchen, als ich auf ein 10 Jahre altes Bild aus Hannover stieß. Unweigerlich musste ich an das Champions League-Finale in zwei Tagen in London und die vieldiskutierte Frage, ob jetzt die große Zeit des deutschen (Vereins)Fußballs anbricht, denken. 

Sonnenuhr im Großen Garten (Herrenhäuser Gärten) in Hannover.

Sicher, eine Sonnenuhr ist kein Kompass, aber die Himmelsrichtungen sind auch vorhanden. Wohin geht die Reise, folge ich dem richtigen Weg? Und scheint die Sonne morgen auch noch?

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Enttäuschung über verwehrten Wochenend-Spaß

Man kennt es ja nun schon: je mehr Skandal in der heimischen Liga, desto mehr „flüchtet“ die italienische Nationalmannschaft in den Erfolg. So geschehen 1982 und 2006 vor dem WM-Titelgewinn und – wie es aussieht – auch 2012.

Doch dieses Mal ist es besonders nervig, denn unter Wert geschlagen zu werden, tut besonders weh. Gestern – Achtung, Phrase! – ließ der Gegner aber kein besseres deutches Team zu. Dass die Italiener den Deutschen nicht liegen, kann man nicht nur aus der gestern erneut bestätigten Bilanz der bisherigen EM- und WM-Turniere ablesen. Es ergibt sich auch aus der Statistik der Länderspiele beider Teams gegeneinander.

Warum das so ist?

Mehmet Scholl, der übrigens mit Abstand beste mediale Begleiter des Turniers, brachte es auf den Punkt: von Kindesbeinen an sind und werden die Spieler der Squadra Azzurra taktisch geschult. Sie nehmen das Taktik-Einmaleins quasi bereits mit der Muttermilch auf. Und taktische Fehler des Gegners bestrafen sie sofort, eiskalt und effizient. Zudem lässt sie Cesare Prandelli auch konsequent nach vorne spielen. Anders kann es auch gar nicht sein, denn beim Tempo-Fußball dieser EM konnten sich selbst die Griechen nicht mehr einfach komplett hinten rein stellen. Entsprechend ansehnlich waren dann auch ihre Leistungen.

Die italienische Mannschaft ist bei aller Enttäuschung (aus deutscher Sicht) auch nicht gerade unsympathisch. Was mir besonders gut gefallen hat, waren Demut vor dem Sport und Respekt vor dem Gegner. Das spiegelte sich auch in den Kommentaren nach dem Spiel wieder. Respekt und Gratulation auch dafür.

Ich hoffe sehr – und dieser Beigeschmack bleibt leider auch seit Jahren -, dass Verfehlungen im italienischen Spielbetrieb mit allen Konsequenzen geahndet werden und sich (und uns) Spieler und Klub-Verantwortliche auch im Hinblick auf das Financial Fair Play in Zukunft mal ihre hausgemachten Skandale sparen. Spielerisch nötig haben sie es aktuell nicht, aber die Versuchung scheint ja immer wieder größer zu sein. Da Herr Berlusconi scheinbar politisch im Abseits steht und auch gesetzgeberische Tricks die Budgets und Bilanzen der italiensichen Vereine in Zukunft nicht mehr retten können, bin ich verhalten zuversichtlich.

Auch, wenn es schwer fällt: Glückwunsch, Italien! Ich drücke ihnen jetzt auch die Daumen, denn Spanien muss es nun wirklich nicht (mehr) sein. Italien ist für die Deutschen ja so etwas wie eine Hassliebe, denn die Italiener haben Stil, sie sind ein mehr als beliebtes Urlaubsland und sie besitzen die (im Fußball durchaus hilfreiche) notwendige Schlitzohrigkeit.

Mal sehen, ob sich Mario Balotelli auch im Endspiel so im Griff hat, wie bisher.

Auch, wenn es nur ein schwacher Trost ist: Weder im WM-Halbfinale 2006 gegen Italien, noch EM-Finale 2008 und WM-Halbfinale 2010 jeweils gegen Spanien war die deutsche Mannschaft in der Lage, so viel Druck aufzubauen (wie in der 2. Halbzeit gestern) und so viele Chancen zu erspielen. Das zeigt, wie gut sich das Team weiterentwickelt hat und wie gut das Spielermaterial mittlerweile ist. Ich denke, Marco Reuss wird in Zukunft immer von Anfang an spielen – Dortmund kann sich mehr als auf ihn freuen.

Ich plane seit gestern jedenfalls meinen Sommerurlaub in Brasilien 2014…

Den Neid der anderen muss man sich hart erarbeiten

Scheinbar gilt das nunmehr auch für Borussia Dortmund – zumindest auf nationaler Ebene. Bisher war es stets Bayern München, das sich bestimmte Einschätzungen gefallen lassen musste: von „eiskalt“, über „gnadenlose Chancenverwertung“ bis hin zum (welt-)berühmten „Bayern-Dusel“.

Ich gratuliere Borussia Dortmund zum verdienten Gewinn nicht nur der Meisterschaft, sondern jetzt auch des DFB-Pokals. Das erste Double in der 103-jährigen Vereinsgeschichte.

Wie ist das nun mit dem „BVB-Dusel“? Oder nutzt Dortmund nur eiskalt und hocheffizient seine (Konter-)Chancen?

Als nicht ganz objektiver Beobachter stelle ich fest, dass die Herren Reif und Réthy (letzterer beim ZDF übrigens immer noch Erbe des ersteren – ein Umstand, der fast 20 Jahre nach dem Erbfall den Wunsch nach Verrentung immer größer werden lässt) nicht geeignet sind, diese Fragen adequat zu kommentieren, geschweige denn zu beantworten.

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