Unser Industrie-Leben

Vorgestern im Auto hörte ich im Radio einen Beitrag über artgerechte Tierhaltung und über deren Realität. Ich hatte mich gerade aus dem Büro ausgesperrt und es dauerte ein wenig, bis die gesprochenen Worte mich wirklich erreichten, da ich gerade noch gehetzt hinter einem Ersatzschlüssel hergefahren und mit den Gedanken noch bis kurz zuvor eher mit Logistik beschäftigt gewesen war.

Je länger ich der Radioreportage zuhörte, desto ruhiger wurde ich.

Ehe ich mich versah, stand ich in einer Legehennenbatterie und im Schweinestall, der sich als Schweinehalle ohne Auslauf und angemessenen Bodenbelag entpuppte – tief in meinen eigenen Exkrementen und war zu schwach, um selbst mein Körpergewicht zu halten. Ich fiel ständig wieder hin und konnte mich nur durch den Druck meiner Leidensgenossen vorübergehend auf den Beinen halten. Meine Kniegelenke schmerzten höllisch und ohne Ablass. In wenigen Stunden würde ich zu einer tagelangen Fahrt nach Osten aufbrechen. Meine Atemwege waren von den Dämpfen meines eigenen Kots stark irritiert und seit Wochen wurde meine Antibiotika-Dosis beständig weiter erhöht.

Ich war halb Huhn, halb Schwein – halb Mensch, halb Tier.

Ich sehnte mich nach einem Atemzug an reiner Luft und in der Freiheit einer Wiese. Die Sonne hatte ich in meinem ganzen Leben noch nie gesehen. Der Preis für ihren Anblick ist meine letzte Reise. Meine Begleiter sind nicht besser dran. Hier überlebt nur der Stärkere. Doch wozu weiter leben?

Warum spart der Mensch zuallererst an der Qualität seiner Nahrung? Warum will er von allem immer das Beste haben, ist aber zu oft nicht bereit oder kann es sich nicht leisten, seinen Körper zu pflegen?

Sicherlich haben immer mehr Menschen in Deutschland die Lust und das Bedürfnis für sich selbst – für gute Nahrung – zu sorgen. Dieter Moor ist sicherlich einer der bekannteren Aussteiger aus dem post-industriellen Nahrungssystem. Das kann sich zum einen aber nicht jeder leisten, geschweige denn sind die meisten dazu bereit. Was für unsere Vorfahren noch normal war, ist für uns (in den Großstädten) Welten entfernt. 

Das Essen, dass ich selbst gejagt, angebaut, erzeugt, gekocht und/ oder zubereitet habe, schmeckt nicht nur anders, es ist auch artgerecht. Schlecht natürlich, wenn ich mich selbst nicht artgerecht behandle.

Gas und Wasser – Monopol(y)

Der eine Konzern hat ein Quasi-Gas-Monopol, der andere belügt alle und vor allem sich selbst über die Sicherheitsstandards seiner Atomkraftwerke, und der dritte investiert in den wertvollsten Rohstoff von allen: Wasser. Bei allem geht es immer um globale Märkte, um Macht und letztlich die Rendite.

Mitte Januar sah ich auf Arte den Film „Gas Monopoly“ von Martin Leidenfrost. Ein geistreicher, spannender, beängstigender und filmisch sowie erzählerisch sehr gut aufbereiteter Bericht über die Gas-Industrie und den Wettlauf zwischen „Nordstream“ und „NABUCCO“, zwei Pipeline-Projekten, die Europas Gasversorgung für die Zukunft sichern sollen.

Die Highlights des Films sind sicherlich die süffisant geführten Interviews. Leidenfrost spricht fließend Russisch. Das hilft sowohl im Gespräch mit Arbeitern in der Kneipe, als auch im Gesprächsschach mit dem Vizepräsidenten von Gazprom in Moskau. Der zuständige türkische Minister lässt sich ebenso wenig in die Karten schauen und selten konnte man Macht und „Interessenvertretung“ so sprachlos bewundern.

Das ZDF hat ebenfalls einen Film zum Thema Gas produziert, allerdings nur halb so lang wie der des österreichischen Journalisten und Filmemachers Leidenfrost. Heute morgen stieß ich mehr oder weniger durch Zufall bei YouTube auf den Beitrag.

Die Player im Gasmarkt sind überschaubar. Es pendelt zwischen Mono- und Oligopol und es geht hier nicht manchmal, sondern ständig um Milliarden. Auch hier steht von Haus aus die Gesundheit des Menschen maximal an 2. Stelle. Sei es bei der Belastung der Arbeiter oder für Grund und Boden beim sog. Fracking. Am Ende muss irgendwer die Zeche zahlen. 

Es geht fast immer um Energie und Versorgung. Unser Körper braucht letztlich auch ständig Energie.  Sicherlich kann und muss ich mir nicht die Last der gesamten Welt auf die Schultern laden. Doch Gedanken sollte ich mir schon darüber machen, was z. B. in Russland und bei mir vor der Haustür bei der Gasförderung und auch generell passiert, was in meinem Essen enthalten ist und woher ich unbelastetes Wasser bekomme.

Die Technik, die mehr denn je zu unserem Alltag gehört und uns schleichend von der natürlichen Wirklichkeit entfernt, kann helfen Probleme zu lösen, kann aber auch neue schaffen. Ich verachte Verschwendung und ich brauche mich aber auch nicht in romantischem Sozialkitsch zu wälzen.

Apropos Wälzen: Warum nicht (wieder) mehr im Dreck wälzen und diesen natürlichen Schatz auch schätzen?! Dazu ein Buchtipp: „Dreck: Warum unsere Zivilisation den Boden unter den Füßen verliert“ von David R. Montgomery.

Es ist am Ende wie immer ganz einfach: jeder muss zuerst immer vor der eigenen Tür kehren. Das war auch schon in der vorindustriellen Zeit nicht anders.

Come what May – Hopefully sunny weather in each case

In order to let me even more drown in work I just thought about writing my blog entries also in French – just a joke!

But in fact I had to talk so much French lately (mostly on the phone) that I was able to recall my deepest joy in foreign languages which I had lost during my years at university. French was „replaced“ by Italian and English remained Number one, but all my plans and goals on improving both French & Italian didn’t succeed in more than using them to name the dressings for the salad…

The same with learning a completely new language: Spanish or Portuguese, especially the latter has always been on the top of my list. You might guess the result: more or less nothing.

Due to my revised professional situation I recaptured my passion for speaking & writing in foreign languages, e. g. there is a monthly newsletter I have to do. It consists of four different language sections and I’m already very busy with English & German. Nonetheless, I’m learning also by checking & reading the French and Spanish versions.

Lately, I learned that I have just entered a period of time (in fact the next 14 years) where my communications skills are very strong and powerful. No matter if I had believed in Astrology (www.astrologyzone.com) or not, I would have had to state now: the communication rocket is flying at supersonic speed…! Travelling is also highlighted in my „sector“. Facts: Barcelona, Frankfurt, Lucerne, Zurich, Brisbane are already more or less confirmed. Flying & talking, writing and driving – it all seems to work hand in hand. Big fun!

With May just having started, June is already knocking at the back door. I’m  looking forward to doing another seminar on colours with Max Lüscher in the middle of June in Switzerland.

Unbedingt ansehen, Probe hören und bestellen: „Der 4-Farben-Mensch“ (Hörbuch)! Ein wunderbares Geschenk und eines der besten deutschsprachigen Hörbücher überhaupt.

Come what May this month – I’m prepared and heading towards the sun. Follow me & I’ll follow you…!

Emotionen in 4 Farben – Begegnung mit einer großen Persönlichkeit || Colours and emotions – Meeting one of the last real personalities of our time

Am Tag vor Himmelfahrt bin ich in die Schweiz gefahren. Schon im Februar hatte ich ein Seminar zur Weiterbildung gebucht. Die exakte Initialzündung zur Anmeldung erinnere ich nicht mehr, aber den Plan dieses spezielle Seminar zu besuchen trug ich bereits seit Herbst 2009 in mir. Nach 30 Minuten am ersten von vier Seminartagen war mir schlagartig klar: Hier bin ich richtig!

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In Brunnen am Viewaldstätter See, zwischen Luzern und Zug gelegen, trafen 18 Teilnehmer aufeinander, die eines gemeinsam hatten: sie waren offen für Neues und bereit, über den eigenen Tellerrand zu sehen. Diese – sagen wir mal – gleichgerichtete Energie war eine wahre Wohltat und eröffnete zusätzliche Ressourcen für die Aufnahme der Inhalte der Veranstaltung: Farbpsychologie. Ein Ausdruck, der dem Dozenten und Entwickler der Methode sicherlich nur bedingt gefallen dürfte.

Max Lüscher nur für sich genommen, ist bereits ein (Natur)Ereignis. Das spiegelte sich unter anderem auch in den verschiedenen Nationalitäten der Teilnehmer wider: Schweiz, Niederlande, Österreich, England, Ukraine, Russland/ Lettland, Deutschland. Der Ansatz von Lüscher, die Atmosphäre, die Menschlichkeit, der Humor, die Herzlichkeit, die Organisation und Betreuung vor Ort (danke Frau Hennes!), die Anwesenden, die Logik des Ganzen – einfach faszinierend!

To look outside of the box is probably one of the characteristics that I appreciate the most about other people. Sometimes it can be exhausting to be like that, and at the same time it also can set free energy and creativity like nothing else. Sitting in a room with 20 people being open to new grounds and willing and able to reflect about themselves, was an experience I had at the beginning of June that I will never forget.

What had happened? I went to Switzerland to witness a course on colours and their emotional meaning. Hardly have I met a person like Max Lüscher before. His knowledge on human behaviour, his kind of speaking, the words he chooses and his whole appearance is unique. He does not speak to sell something or to convince others, he speaks to get in touch with others, to broaden his horizon and to offer people an entrance to themselves. From my point of view, he is one of the last true personalities of our time, having witnessed almost 90 years of life and heaving met so many other brilliant people throughout this time. I can hardly express how thankful I am and will always be to have received the opportunity to get to know and learn from him.

Der 4-Farben-Mensch, wer ist das? Und wie ist er? Da ich niemals die Sprache und gewählten Worte dieses 1923 in Basel geborenen Mannes wiedergeben kann, taugt dieses Interview mit ihm sicherlich besser, um eine kurze Einführung in die Regulationspsycholgie zu geben und die Emotionen und Empfindungen zu beschreiben, die hinter den Farben stehen bzw. mit ihnen verbunden sind. Die „Psyche“ des Menschen ist dreidimensional, und Worte können dieses komplexe Gebilde nur unzureichend beschreiben. Vor allem werten sie auch und geben letztlich nur Meinungen wieder. Aus dieser Erkenntnis heraus hat Max Lüscher vor über 50 Jahren seinen Farbtest entwickelt und ständig weiter verfeinert.

Aber hören wir den großen Menschenkenner selbst:

Unfortunately, this video is only available in German language, and there are hardly any interviews with him to be found in the web anyway. For information on Lüscher Color Diagnostic you should take a look here.

So what was the main thing I learned there apart from the fact that I do understand myself even better now and have never been that relaxed before? Let’s take this quote: „What is most important in life? In fact it is not only knowing people, but understanding how they are and why they are the way they are.“

It is obvious that this knowledge reflects on all areas of life. I’m looking forward to continuing the course in October. In fact, I’m already counting the days…

Virus – Botschaft aus dem eigenen Universum

Die Tage an der frischen Luft konnte ich in den letzten zwei Wochen an einer Hand abzählen. Mein Körper hat komplett gestreikt und sich bis jetzt nicht entschieden, ob er weiter auf einer Lohnerhöhung besteht oder ihm weniger Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich ausreicht.

So las ich in den Tagen über Stille und suchte die Ruhe – doch vergeblich, weil der Körper keine gab. Alles in allem eine Frage der Erwartungshaltung. Wenn von 1000 Dingen, die man im Urlaub machen wollte, am Ende gar nichts übrig bleibt, dann ist das schon ziemlich gewöhnungsbedürftig. Andererseits schärft es den Blick für das Wesentliche. Nach Tagen von rein gar nichts bis kaum etwas, tastete ich mich erst an das Zeitungslesen heran und dann an das gute alte Buch. Jetzt habe ich immer noch 300 Seiten meines mexikanisch-chilenischen Schinkens vor mir und werde das vor der Rückkehr ins Büro auch nicht mehr schaffen.

Die Botschaft aus meinem Inneren ist jedenfalls bei mir angekommen, und ich habe mich auf den Weg gemacht. Ich werde über Hamburger Pflaster streifen und darüber berichten. Gewohnheiten kommen auf den Prüfstand – der Hut ist in den Ring geworfen. Doch der Alltag hat bereits sein gefräßiges Maul weit aufgerissen und ich kann das Schmatzen und Grunzen schon hören. Wenn es dann erstmal dazu reicht, häufiger als bisher Na und?! zu sagen, dann ist schon viel gewonnen.

Einen guten Start in das neue Jahr! Ein Jahr, dass – so sagt mir mein Gefühl – sehr schwierig werden wird, aber auch spannend und reich an Chancen. So wie jeder Tag.