Leave It Alone (Teil 2) – Ein April voller großer und kleiner Abschiede

Vorgestern Morgen um fünf, als ich bereits das zweite Mal aufwachte, fand ich keinen weiteren Schlaf. Es war keine traumlose Nacht gewesen. Im Gegenteil: noch recht frisch war die Erinnerung an mindestens zwei, eher unangenehme Träume. Sollte sich das intensive Träumen der vergangenen Tage weiter fortsetzen oder war der Gipfel jetzt erreicht?

Seit Tagen träume ich intensiv und erschöpfend. Die Verarbeitungsmaschine läuft offensichtlich auf Hochtouren. Und wie auch im gesamten April sind die Träume durchzogen von den beiden Themen Abschied und Tod. Ist es in einem Traum die Beerdigung des Vaters, oder im anderen, gleich anschließenden „nur“ die spurlos verschwundene Welt, in der ich bis eben noch gelebt hatte. Einfach niemand mehr da, den ich kenne. Plötzlich allein.

Wach. Nicht ganz allein. Neben mir liegt jemand. Vertraut. Und die Alphawellen tun ihre Arbeit…

131006_Vitznau water mountain and clouds

Und da bin ich wieder bei Broken Bells und dem unglaublich intensiven Song Leave It Alone. Auch im Konzert vor vier Wochen in Berlin kroch das Lied unter die Haut. Dort sitzt es noch immer. Es ist präsent wie ein dauernder Schmerz und hallt durch einen Raum, in dem die Luft kaum zum Atmen reicht. Gleichzeitig ist es so kraftvoll und tragend, dass es den Zuhörer leicht über den Boden schweben lässt.

Die Träume der vergangenen Tage haben mir jedenfalls schon Klarheit gebracht. Klarheit über einige wichtige Dinge, die ich in den nächsten Monaten realisieren werde: Reisen, Projekte und Entscheidungen. Darin werden einige Menschen involviert sein. Ich denke, ich werde mich mit der einen oder anderen Aktion bereits auf einen größeren Abschied vorbereiten. Früh übt sich.

Neu lernen und dazu lernen. Und Lernen ist auch Abschied: von alten Vorstellungen und Erfahrungen, die durch Neues ersetzt werden. Der Kreislauf des Lebens.

Der April jedenfalls hat auch in meinem Freundes- und Bekanntenkreis das eine oder andere Lebwohl gebracht. Zwei davon für immer. Da ist es dann Zeit inne zu halten, sich zu besinnen. Auf das Leben. Mit allen seinen Überraschungen, Tiefschlägen, Chancen. Mit einem klaren Blick und Dankbarkeit für das, was man hat.

Morgen könnte es schon fort sein.

 

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