Immer in Bewegung bleiben – Holding On For Life

Ein Beitrag nach längerer Pause, der zum Großteil schon letzten November geschrieben war:

Gut fünf Monate ist es jetzt her, dass ich aus Australien zurückgekehrt bin. Schon auf dem Rückflug haben sich die neuen Erfahrungen der Reise mit einem angenehmen Abstand bemerkbar gemacht – schneller als erwartet. Der Blick von außen auf eine Sache oder das eigene Leben ist der Schlüssel. Doch wie kann man einen Schritt zur Seite machen, um den Blickwinkel und Abstand zu ändern?

Bewegung in jeder Form ist Leben. Wolken, Rennen, Denken, Blutzirkulation. Es ist ein Kreislauf und im Kreis läuft man auch schneller, als einem lieb ist. Wie verschaffe ich mir den gesunden Abstand zu mir und den Dingen, um gesund zu bleiben – körperlich und emotional?

Flight_Morning clouds

The clouds pass by from Frankfurt to Hamburg – Australia is worlds away again.

In der zweiten Novemberhälfte hörte ich ständig Holding On For Life von Broken Bells. Nachdem mein Schlaf am Tag nach der Rückkehr morgens um Vier jäh beendet war, las ich unter anderem ein Interview mit James Mercer und Brian Burton aka Danger Mouse über ihr neues Album After The Disco. Es passte zu den Erlebnissen der zwei Wochen down under.

Was war während der Reise alles passiert: Ein Monster-Sturm fegte über die Philipinen hinweg, die Koalitionsverhandlungen in Berlin schleppten sich weiter träge dahin – Zeit wurde relativ. Zudem passten Frühsommer südlich von Brisbane und Weihnachtsschmuck nicht in meine Erfahrungsmuster. Der Rhythmus litt und hinzu kam eine leicht melancholische Ahnung, dass die Sehnsucht nach mehr spätestens bei Ansicht der unzähligen digitalen Fotoaufnahmen steigen wird.

Vor Ort war ich aus beruflichen Gründen. Während des ganzen Aufenthalts gelang es mir nicht, den Jet Lag aus den Gliedern zu bekommen. Es ging sogar soweit, dass ich zwischenzeitig den Entschluss, die Reise kurzfristig angetreten zu haben, in Frage stellte. Die letzten zwei Tage waren dann körperlich nur noch Krampf.

Doch das Gefühl, das sich bereits auf dem Rückflug einstellte, manifestierte sich mehr und mehr. Die Erfahrung der zwölftägigen Reise ist unbezahlbar. Aktive und passive Erfahrungen hatte ich reichlich sammeln können, und wie auf jeder meiner Reisen im letzten Jahr auch in Coolangatta tolle Menschen getroffen und kennen gelernt.

Nur das eigene Tun, die eigene Aktivität und das eigene Gestalten sind sinngebend und führen mit Hingabe zur Zufriedenheit und beiläufig auch zum Erfolg – nicht umgekehrt.

In der Zwischenzeit ist bereits Ostern Vergangenheit und das neue Album von Broken Bells längst im Übergang von Entdeckung, über Dauerbrenner auf dem Weg zum Klassiker. Ich bin noch immer glücklich und dankbar, das ich Ende März in Berlin die Gelegenheit hatte, die Band auch live zu sehen. Ein tolles Erlebnis und ein sicherer Platz in den Top 10 meiner Lieblingskonzerte in den vergangenen 25 Jahren.

140330_Broken Bells_Berlin_Silhouette_Angel+Fool

Ein Lied aus After The Disco beschäftigt mich zur Zeit besonders. Es sitzt in meinem Ohr, in meinem Kopf. Bis ich dazu heute oder morgen auch noch etwas schreibe, befolge ich seinen Titel:

Leave It Alone.

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