Wählen muss man immer

Eins gleich vorweg: Dies ist kein Beitrag zur Unterstützung einer bestimmten Partei. Mein heutiger Blogeintrag richtet sich vielmehr gegen das von Frau Merkel eingerichtete System der präsidialen Verwaltung und soll ein Aufruf sein, am Sonntag zur Wahl zu gehen. Beides – Merkels Politikstil und das Nichtwählen – sind Totengräber einer aktiven Demokratie.

Geistige Lähmung und verbaler Durchfall – auch bei sogenannten Intellektuellen. Das ist bei Nichtwählern recht weit verbreitet. Was in der SPIEGEL-Titelgeschichte in dieser Woche dazu zu lesen war, ist schwer zu ertragen. Die Lähmung hat sich seit 2005 schleichend ausgebreitet, sehr zum Verdienst der amtierenden Bundeskanzlerin. „Die Vielfarbenkanzlerin“ wurde das in den Medien mal genannt – zutreffend. Man könnte es auch Präsidialstil, Verwaltungschefin, Aussitzerin, Machtphysik oder Königin der (Macht-)Beliebigkeit nennen.

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Und nein!, es geht dabei nicht (allein!) darum, Mehrheiten zu organisieren (das kann man übrigens auch mit Vernunft und Sachverstand parteiübergreifend tun), sondern um die Mutlosigkeit unserer Volksvertreter. Letzteres mit dem ewigen Totschlagargument „Die-haben-alle-Angst-nicht-wiedergewählt-zu-werden“ garniert und dazu mit einem an Charisma-Armut, Sprachunkunst (Herr Rösler, setzen – Sechs!) und Verpackungswahrheiten versetzt, so dass man es schon nicht mal mehr wagt, von einer Persönlichkeit mit Ausstrahlung wie Obama zu träumen (ich rede dabei von der Person und nicht von Inhalten).

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