7 Tage off – ¡Boludo!

Dreieinhalb Wochen Südamerika – genauer gesagt Kolumbien – liegen hinter mir. Durch die vielen Geschichten aber, die ich durch Argentinier, Mexikaner, Ecuadorianer, Spanier und natürlich Kolumbianer in dieser Zeit gehört habe, fühlt es sich so an, als sei ich auch in Brasilien, Chile, Argentinien und einigen anderen Ländern des Halb-Kontinents gewesen.

Santa Marta Dusk Waters

Santa Marta Dusk Waters

Ich weiß jetzt, wie Brasilien (Brasil) in brasilianischem Portugiesisch ausgesprochen wird [Brrrasiu], wie man in argentinischem Spanisch flucht [¡Boludo!], dass in Chile beim Sprechen die Oberlippe nahezu nicht zum Einsatz kommt, und dass man in Kolumbien kein Klopapier in die Toilette werfen sollte.

Vor allem aber habe ich wunderbare Menschen kennen gelernt.

Mein Spanisch hat sich zwar nicht ganz so weiterentwickelt, wie ich mir das vorgenommem und erhofft hatte, aber das wurde durch anderes aufgewogen. Von Kolumbien habe ich jedenfalls bei meinem zweiten Aufenthalt deutlich mehr gesehen und kennen gelernt, als bei meinem ersten Besuch vor sieben Monaten – was auch daran lag, dass ich nicht nur in der Hauptstadt Bogotá gewesen bin. Paipa und Duitama im Nordosten konnte ich ebenso erkunden wie Santa Marta an der Karibikküste.

Vor den Toren Santa Martas haben wir auch den Großteil der Zeit verbracht – 13 Tage. Auch wenn das übergeordnete berufliche Thema (AtlasPROfilax) niemals ganz verschwunden war, gab es doch auch einen sehr privaten Teil der Reise. Die Umgebung mit Strandhaus, Meer, Karibikstrand, tropischem Klima und Swimming Pool hätten den Begriff Urlaub durchaus rechtfertigen können, doch »Ferien« würde es wohl besser – wenn auch nicht gänzlich – treffen. Es war tatsächlich fast mehr ein Camp – ein Ausdruck, der auch den sehr zutreffenden Gemeinschaftsaspekt widerspiegelt.

7 von den 13 Tagen war ich gänzlich offline, ja, habe währenddessen weder iPhone noch iPad in die Hand genommen. Ich war – in jeder Hinsicht – off.

Vor ein paar Tagen wurde passend dazu von SPIEGEL Online auf Facebook das Video »I forgot my phone« gepostet. Ich habe mich bedauerlicherweise bei einem Großteil der Szenen durchaus wiedererkannt und werde beobachten (und beobachten lassen), wie sich mein »mobiles« Verhalten – auch nach diesen 7 Tagen weiterentwickelt.

Schwierig wird es immer dann, wenn die berufliche Nutzung eines Smartphones (lesenswerter Artikel zum Thema Beschleunigung) hilfreich, erforderlich, gewünscht oder gar verlangt wird. Dann sind die Grenzen fließend. Ständige Erreichbarkeit hat sich dann schon lange eingeschlichen und sich wie ein Bazillus eingenistet. Da hilft dann auch in der Regel die Bewußtmachung wenig. Nur Abstand und offline helfen. Oder vergessen, verlieren oder sonstiges Abhandenkommen.

Ich bin gespannt, was, wie lange und wieviel von diesem August in Lateinamerika haften bleiben oder gar an Beständigkeit gewinnen wird.

Sonst muss ich bald zu mir selbst sagen: ¡Ey, Boludo!

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