Vor der eigenen Tür kehren – Auch Du, Muttilein!

Es ist äußerst beliebt, mit dem Finger auf andere zu zeigen, anstatt die Gründe für Misserfolg bei sich selbst zu suchen. Irgendwann muss man aber bei sich selbst hinsehen – es hilft nichts (anderes). Manchmal hilft einfach nur Abstand. Ohne tägliches Bemühen geht es aber nicht.

Bevor ich zu dem komme, was mich persönlich und aus mir heraus gerade betrifft, sei ein kleiner Abstecher in die deutsche Politik gestattet. Die betrifft mich als 42-jährigen Wähler spätestens im September bei der kommenden Bundestagswahl wieder, allerdings genauso an jedem einzelnen Tag – direkt vor meiner Tür.

Quadriga Italia_Roma

Quadriga Italia_Roma

Angela Merkel würde ich gerne als Bundeskanzlerin im Herbst verabschieden. Sie führt die schlechteste Regierung seit 1949 und verwaltet sich und ihren Machterhalt zu Tode. Vielmehr würde ich aber ihr Politiksystem verabschieden, denn es ist nur auf besagten Machterhalt, eine rückgratslose, beliebige Politik ohne Überzeugungen und damit ein von Frau Merkel perfektioniertes präsidiales Regieren ausgelegt. Sie ist vielmehr Präsidentin, als Kanzlerin. Sie macht reibungslose Politik – mit verheerenden Folgen. Das Schlimmste und Unerträglichste: Sie erfreut sich großer Beliebtheit, weil sie an der von ihr geführten Regierung scheinbar unbeteiligt ist.

Ihr Kabinett besteht aus lauter farblosen, untalentierten und uncharismatischen Mitläufern. Man hat das Gefühl, sie orientiert sich parteifarbenpolitisch an der italienischen Flagge: Mal rot, mal grün, aber vor allem überwiegend farblos (weiß). Wollen wir italienische Verhältnisse? Von Clowns regiert werden, wie Peer Steinbrück völlig zu Recht und vor allem in angemessener und erfrischender Deutlichkeit gefragt hat?!?

Wohl kaum.

Doch als Patin des deutschen Politikbetriebs ist Angela Merkel bereits unangefochten. Ihre Politik ist morbide, austauschbar, berechenbar, ohne Esprit, wenig nachhaltig, geschweige denn visionär. Wer würde auf dem Markt ein solches Produkt kaufen?! Niemand.

Geschenkt wäre noch zu teuer.

Die Fehler in der Europa- und Europolitik sind zwar zum Teil eklatant (keine Ausgewogenheit zwischen Sparen und Investieren, keine Mitnahme der Partner in die Zukunft, Diktate, wo Händereichen nötig, und Zögern, wo Handeln erforderlich wären etc.), doch will ich ihr mal zu Gute halten, dass der Euro ein (teures) Experiment ohne jeglichen Vergleich in der Geschichte ist, und somit fast niemand mehr einen Überblick, geschweige denn einen Plan hat.

Ich bin Europa-Fan, und der Preis für einen friedlichen alten Kontinent wird immer hoch sein – doch niemals zu hoch.

Als politische(r) Führer(in) hat Frau Merkel komplett versagt. Handlungskompetenz hat sie nach der Beinahe-Niederlage 2005, die zur großen Koalition führte, komplett gegen ihr höchstes Gut eingetauscht: Macht(erhalt).

Wer ist diese Frau eigentlich?!?

Ich finde sie ja noch nicht einmal unsympathisch. Ihr Humor, wenn sie sich gestattet, dass er denn einmal aufblitzen darf, ist sehr fein und schlagfertig. Also doppelt erfrischend. Das ändert nichts daran, dass sie einen schlechten Job macht. Sie ist – wie viele andere – nicht in der Lage und/oder bereit, Europa oder gar ihre eigene (nicht vorhandene) Politik zu erklären. Sie nimmt niemanden mit. Das ist nicht nur bedauerlich, sondern auch fahrlässig, gefährlich und wird früher oder später zu mehr als Kollateralschäden führen.

Von dem Thema NSA und Überwachungsstaat wollen wir mal gar nicht erst anfangen, denn das wird noch unerfreulich für die Dame in diesem Wahlkampf werden. Eigentlich ein „Piraten“-Thema. Nur so viel dazu: Langweilig, traurig, dümmlich, unerträglich patriotisch und blind, wie die USA und einige speichelleckende sogenannte Verbündete – wie immer allen voran die kopflosen Engländer – in die von den Terroristen aufgestellten Fallen tappen und Bürgerrechte und Freiheit immer weiter aushöhlen und beschneiden. Unerträglich. Weiter so, dann ist in absehbarer Zeit die ganze USA ein einziges Guantanamo…

Was sollten wir aus all dem lernen – als Bürger, Wähler und Privatpersonen? Wir sind schließlich die Kunden von Frau Merkel!

Hier eine kleine Checkliste – jenseits des Machterhalts und der Organisierung von Mehrheiten:

  • Sachpolitik ist durch nichts anderes zu ersetzen als durch Sachpolitik.
  • Immer (zuerst) vor der eigenen Tür kehren, denn in der Regel gibt es im Privat- und Berufsleben nicht so viele und passende Sündenböcke, wie in der Politik.
  • Öfter mal was Neues: Wie wär’s mal mit neuen Verkehrszeichen oder gar einer Ampel, wo bisher keine stand?! (In Hamburg ist das Experiment Schwarz-Grün zwar gescheitert, aber es war erfrischend, richtig und wichtig, dass man es dem Wähler angeboten und auch zugemutet hat.)
  • Suche Dir zuverlässige und vertrauenswürdige Partner, denn sonst kommt bei Deinen Bemühungen nicht viel raus, außer es versucht zu haben.
  • Wer nicht wählt, soll das Maul halten. Märtyrer gibt es auch in anderen Lebensbereichen bereits mehr als genug. Arsch hoch und handeln!

Fazit: Frau Merkel muss weg – allein schon des demokratischen Wechsels wegen!

Ach ja, meine eigenen, privaten Themen für heute, welche waren das doch gleich?!

Abstand, vor der eigenen Tür kehren, gute Sachargumente bringen, Gefühle und Humor zeigen und ent-täuschen, d. h. die Täuschungen, Illusionen und gescheiterten Ideen über Bord werfen und die Realität herein lassen.

Hart, unangenehm, wütend machend – aber auch wunderbar zufrieden stellend!

 

2 Gedanken zu “Vor der eigenen Tür kehren – Auch Du, Muttilein!

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