Leben. Eben. Noch. Und schon anders.

Das einzig Beständige im Leben sind der Wandel und die Veränderung. Wenn man das begriffen hat, akzeptieren kann und auch wirklich so empfindet, dann kann das Leben los gehen.

Bei manchen Menschen dauert es etwas länger, andere lernen es nie. Ich glaube, dass ich mich mittlerweile zu der ersten Kategorie zählen darf. Und ja, es hat wirklich lange gedauert. Aber besser spät, als gar nicht. Denn sonst bleibt nur noch ein humorvoller Titel einer Romanfigur-Anleihe und ein kurzer Weg zum letzten Hemd – Titel: Der alte Mann und das geht gar nicht Mehr.®

Der Vater von einem sehr guten Freund, welcher gerade geheiratet hat, sagte letzte Woche zu mir: „Nichts ist schwerer zu ertragen, als eine Reihe von guten Tagen.“ Wo er Recht hat, da hat er Recht. Eine grandiose, sonnige, warmherzige und gesellige Woche ging gestern zu Ende, und Glück und Unglück liegen sehr nah beieinander. Anders kann es auch nicht sein, denn sonst würde man das Glück nicht so zu schätzen wissen.

Wenn ich in 10 Stunden wieder in Hamburg bin, dann habe ich innerhalb von 48 Stunden ca. 4000 Flug- und ca. 2400 Autokilometer zurückgelegt. Ich hätte nicht gedacht, dass ich im fortgeschrittenen Alter noch einmal einen solchen Rückfall in jugendliche Energieanfälle bekommen könnte. Aber manchmal muss man etwas investieren, selbst wenn es dann am Ende nur zu einem persönlichen Statement reicht.

Ich habe mich noch nie so lebendig gefühlt: voll von Leben und Energie, Unternehmungslust und Kontaktfreude. Und auch noch nie so leer, traurig, verraten und geprüft. Alles gleichzeitig. [Der Song Lazarus von Porcupine Tree kann diese Gefühle übrigens auch erzeugen.] Das nennt man wohl Leben. Ich freue mich, dass ich atme und das ich jetzt so intensiv erleben kann wie noch nie.

Dazu musste ich einen langen Weg zurück legen – und werde ihn auch jeden Tag weiter gehen. Denn wie ich gerade so schön in einem bisher unveröffentlichten Stück bei Crowded House / Neil Finn hörte: The Only Way Is Forward.

Freundschaften halten in der Regel länger als Beziehungen, aber für beide gilt: Wenn es gut ist, dann hält es (fast) alles aus.

In den letzten Wochen habe ich mehr und mehr verinnerlicht und gelebt, dass in allen negativen Dingen und Ereignissen auch immer zahlreiche Chancen liegen. Eine Tür schließt sich, eine andere öffnet sich. Mit anderen Worten: Immer weiter und das Beste draus machen.

Eine neue Woche hat begonnen und sie wird Neues bringen. Vieles wie gewohnt, einiges neu und anderes noch unentschieden. Beständig sind Freunde, und meine werde ich jetzt in Anspruch nehmen müssen.

Ich bin bereit. Ich lebe.

 

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