PRISM – Patriotische Realität im System Macht

„Ich will nicht in einer Gesellschaft leben, die so etwas macht“, sagt Edward Snowden über das Vorgehen der NSA. Das hat wie immer zwei Seiten.

Wie SPIEGEL Online berichtet, eignet sich der amerikanische Geheimdienst NSA offenbar im großen Stil große Datenmengen von den Servern von Google, Apple, Facebook und Microsoft an.

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Der Satz des jungen Informatikers Snowden ist aber wichtig und richtig. Spioniert wurde zwar immer schon, aber das Problem liegt in der immer größeren Beschneidung und/oder Einschränkung von Bürgerrechten.

Ich zitiere mal „Amerimacka“ (Album: The Cosmic Game) von Thievery Corporation: „The land of the free, built on slavery.“ Die Sklaverei ist heute eine moderne, oft selbstgemachte. Sich allerdings unter dem Deckmantel der Terrorabwehr private und vor allem auch kommerzielle Daten wie im Selbstbedienungsladen anzueignen und zu benutzen, macht den mir ohnehin fremden US-amerikanischen Patriotismus vollends suspekt und führt ihn über die Grenze der (Selbst-)Perversion.

Fast 12 Jahre nach 9/11 haben die Terroristen wohl mehr erreicht als sie sich vorgenommen hatten. Traurig, aber wahr.

2 Gedanken zu “PRISM – Patriotische Realität im System Macht

  1. Kleines Update:

    Auch das nächste Zitat von Edward Snowden ist bemerkenswert: „Ich erwarte nicht, mein Zuhause wiederzusehen“. Der junge Informatiker, der zuvor als „Zeit-/Leiharbeiter“ für die NSA gearbeitet hatte, hat präventiv seine Heimat verlassen (http://www.spiegel.de/politik/ausland/ex-cia-mitarbeiter-outet-sich-als-prism-whistleblower-a-904676.html).

    Informativ auch der heutige Artikel auf SPIEGEL Online, der bezeichnenderweise in der Rubrik ‚Nettzwelt‘ zu finden ist: http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/prism-was-ueber-den-us-geheimdienst-nsa-durchgesickert-ist-a-904675.html

    „Das Prism-Programm beschäftigt auch die deutsche Bundesregierung. Bereits am Freitag war es Thema in mehreren Ministerien. Am energischsten meldete sich Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) zu Wort, die Transparenz und Aufklärung forderte. Auf Twitter forderte sie sogar: ‚USA müssen ihre Anti-Terror-Gesetzgebung revidieren.'“

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