Ziele – Wieso, mit wem, wohin?

Im Grunde formuliere ich jeden Morgen schon diese Vorgaben, die ich erreichen möchte, wenn ich mir im Büro ein Kalenderblatt ausdrucke und dort notiere, was ich bis um 18.00 Uhr erledigt haben will. Dabei lerne ich gerade erneut, diese Ziele auch so auszuwählen, zu formulieren und zu begrenzen, dass deren Erreichbarkeit mit dem Maß aller Dinge vereinbar ist – der Realität.

Selbstredend gelingt mir das nicht immer, aber schon sehr viel besser und häufiger als noch im vergangenen Jahr. Ohne Ziele geht es nun mal nicht im Leben. Sonst ist es keins.

Viele Menschen machen den Fehler, Ideale mit Zielen zu verwechseln. Gut erst einmal, überhaupt eigene Ideale zu haben. Sie sind aber nur eine Orientierungshilfe und können nicht erreicht werden. Womit wir wieder bei den Zielen wären. Ich kann sie in einem Stundenplan festhalten, im Grunde so, wie man es früher in der Schule getan hat. Ich kann sie in einem Team formulieren und verbindlich festlegen (Konsequenzen inklusive) – neuhochdeutsch: Meilensteine -, ich kann sie mir selbst gegenüber formulieren oder mit meinem (Lebens-)Partner besprechen.

Ein konkret formuliertes Ziel ist einem abstrakten in der Regel vorzuziehen. Also nicht einfach: Ich will Spanisch lernen, sondern ich will so gut Spanisch lernen, dass ich in drei Monaten eine kleine Rede halten kann. Die Faktoren Zeit und Qualität sind hier bereits eingeflossen und benannt. Weiter wichtig sind:
  1. Motivation / Beweggrund,
  2. Resourcen (materiell / immateriell),
  3. Priorität / Verhältnis zu anderen eigenen oder fremden Zielen,
  4. Richtige / Realistische Beurteilung des Ausgangspunktes und nicht zu vergessen
  5. eine Belohnung am Ende (vorher bestimmt).

In Getting Things Done las ich im März, das ein Großteil von Frustration und damit verbundenen Begleiterscheinungen mit agreements zu tun hat, also mit Abmachungen (Absprachen, Termine, Verträge, Vereinbarungen, Zielvorgaben etc.). Vor allem aber mit solchen, die ich mit mir selbst eingehe.

Was bedeutet das?!

Ich habe drei Möglichkeiten, wie ich mit der Situation, in der ich mich befinde, die aber Frust und Blockaden erzeugt, umzugehen:

  1. Ich halte mich an die Abmachung.
  2. Ich verhandele neu bzw. passe die vorhandene Abmachung an.
  3. Ich handele rechtzeitig.

Möglichkeit 1 ist eine Sackgasse. Möglichkeit 3 – eigentlich mehr eine Bedingung – ist zwingende Voraussetzung, um Möglichkeit 2 überhaupt anwenden zu können. Möglichkeit 2 ist nicht nur ein Schlüssel, um eine Tür zu weniger Balast und Frust zu öffnen, sondern auch ein Weg, um zu verstehen, dass ich selbst über den Grad von Enttäuschung entscheide, den ich erleide, wenn ich meine Ziele weder realistisch formuliere, noch willens oder in der Lage bin, sie entsprechend zu korrigieren oder anzupassen.

Die höchste Stufe der (Selbst-)Enttäuschung ist übrigens die Depression.

Wir entscheiden also ganz klar selbst darüber wie es uns (mit etwas) geht. Mit ausbalancierten Selbstgefühlen kann man dem Erfolg nicht ausweichen. Wir entscheiden bereits mit der Zielformulierung und der Motivation zur Zielerreichung über das Gelingen. Wir entscheiden über Erfolg und Scheitern selbst. Es ist natürlich viel bequemer mit dem Finger auf andere zu zeigen, wenn etwas schief läuft.

Vergangene Woche habe ich drei Ziele formuliert, die ich bis morgen erreichen wollte. Ich stelle fest, dass ich zwar schon losgelaufen bin, aber auch noch keine Ankunft vermelden kann.

Manchmal ist aber auch der Weg das Ziel. Mal sehen, bis wohin ich diesen bis morgen – realistisch – noch gehen und ob mich jemand dabei begleiten kann. Vielleicht merke ich aber auch, dass ich falsch abgebogen bin. Dann kann ich ja nochmal nachverhandeln und schauen, ob sich nicht in der Zwischenzeit wichtigere Wege eröffnet haben.

So oder so, die Belohnung kann im Zweifel warten.

 

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