Abenteuer – Ein teures Erlebnis?

Was ist ein Abenteuer?

Definition nach Wikipedia:

Als Abenteuer (lat.: adventura: „Ereignis“; mittelhochdt.: aventiure) wird eine risikoreiche Unternehmung oder auch ein Erlebnis bezeichnet, das sich stark vom Alltag unterscheidet – ein Verlassen des gewohnten Umfeldes und des sozialen Netzwerkes, um etwas (Riskantes) zu unternehmen, was interessant, faszinierend zu sein verspricht und bei dem der Ausgang ungewiss ist. In diesem Sinne gelten und galten Expeditionen ins Unbekannte zu allen Zeiten als Abenteuer. In der Vergangenheit wurden Geschichten über Abenteuer einander erzählt, die Aufzeichnung dieser Art von Erlebnis stellte daher eine bedeutende Neuerung in der Weitergabe derartiger Erlebnisse dar. Als erstes schriftlich fixiertes Abenteuer gilt das Gilgamesch-Epos. Weitere als Bericht festgehaltene Abenteuer existierten schon in der Antike. Die Ilias, der Kampf um Troja, und besonders die Odyssee, die Heimfahrt des Odysseus, seien hier erwähnt. Typische Abenteuer sind auch die mittelalterlichen Schilderungen von Ritter– und Heldentaten.

Gestern fragte ich mich aber auch: Wie steht es mit der Wortbedeutung und woraus setzt sich das Wort Abenteuer zusammen?!

  1. Der Abend wird teuer? Soll heißen, wenn ich am Tag zu viel riskiere, dann muss ich abends dafür bezahlen?
  2. Oder Euer Abend, mehr im Sinne des Wikipedia-Eintrags, also ein AbentEuer, ein gemeinsamer Abend, an dem „einander erzählt“ wird, welche Erlebnisse und Geschichten der Tag gebracht hat?
  3. Oder ist der Abend vielleicht teuer, weil er als Summe der besonderen Tageserlebnisse so wertvoll geworden ist, und ich davon ja jetzt auch allen berichten kann?!

Ein Blick ins Etymologische Wörterbuch bringt etwas mehr Klarheit:

…Dies ist eigentl. Plur. Neutr. des substantivierten Part. Fut. von lat. advenīre ‘herankommen, ankommen’, also als das, ‘was sich ereignen wird, das sich Ereignende’ zu erklären. Die Bedeutung ‘Liebesaffäre’ (seit Mitte des 16. Jhs. üblich) klingt vereinzelt schon in mhd. Zeugnissen an. –abenteuerlich Adj. ‘voller Abenteuer, außergewöhnlich, gewagt’, mhd. āventiurlich, spätmhd. ābenturlich ‘voll ungewöhnlicher Dinge’. abenteuern Vb. ‘auf Abenteuer ausgehen, Abenteuer suchen’, mhd. āventiuren. Abenteurer m. ‘wer auf Abenteuer ausgeht, Glücksritter’, mhd. (selten) āventiurære ‘wer auf ritterliche Wagnisse auszieht’ (Anfang 13. Jh.), auch ‘Krämer, Wanderhändler, Gaukler, Spielmann, Schausteller’ (Ende 14. bis 16. Jh., vereinzelt bis Anfang 18. Jh.); die neuere Bedeutung ‘Glücksritter’ (18. Jh.) steht unter Einfluß von engl. adventurer, frz. aventurier.

Alles klar?

Also ein gewisses Wagnis, ein Ereignis oder das sich Ereignende, verbunden mit einem Zeitraum oder einer Zeitspanne, in deren Verlauf oder an deren Ende man ankommt. Eine Art von Spekulation, wobei nicht allein das Ankommen das Abenteuer sein muss, sondern der Weg dorthin meist abenteuerlich ist.

Bleibt die Frage: Wie verhält es sich mit einem Abenteuer als bewußt gewähltes Ziel, einem Abenteuerdurst gewissermaßen? Nicht das Erreichen des Ziels wird dann zum Abenteuer, sondern das Abenteuer als Erlebnis an sich wird zum Ziel.

Mit anderen Worten: Welche Motivation habe ich, um mich (ständig) in Abenteuer zu stürzen?

Da das Leben an sich ein Abenteuer ist – solange man nicht versucht es zu beherrschen -, also ein allgemeines Lebensrisiko ohnehin besteht, spielen sich „echte“ Abenteuer vorwiegend außerhalb der gewohnten Lebensbereiche ab. Eine Reise ins Unbekannte, ein Agieren außerhalb der gewohnten Regeln, ein Sich-Einlassen auf Träume, Ängste und andere Lebenswelten.

Das Erlebnis steht im Vordergrund. Wegen der Erfahrung, des Gefühls und der Wiederholung durch Nacherzählung. Also auch ein Katalysator für Erlebnisfähigkeit – eine Eigenschaft, die in unserem Leben schnell verkümmert. Heute mehr denn je.

Zwei große Abenteuer habe ich in diesem Jahr schon erleben dürfen. Beide haben mich verändert, aber auch in Vielem bestätigt. Wie ein Freund immer wieder gern gesagt hat: „Wer nicht raus geht, kann nichts erleben.“

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