Virus – Botschaft aus dem eigenen Universum

Die Tage an der frischen Luft konnte ich in den letzten zwei Wochen an einer Hand abzählen. Mein Körper hat komplett gestreikt und sich bis jetzt nicht entschieden, ob er weiter auf einer Lohnerhöhung besteht oder ihm weniger Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich ausreicht.

So las ich in den Tagen über Stille und suchte die Ruhe – doch vergeblich, weil der Körper keine gab. Alles in allem eine Frage der Erwartungshaltung. Wenn von 1000 Dingen, die man im Urlaub machen wollte, am Ende gar nichts übrig bleibt, dann ist das schon ziemlich gewöhnungsbedürftig. Andererseits schärft es den Blick für das Wesentliche. Nach Tagen von rein gar nichts bis kaum etwas, tastete ich mich erst an das Zeitungslesen heran und dann an das gute alte Buch. Jetzt habe ich immer noch 300 Seiten meines mexikanisch-chilenischen Schinkens vor mir und werde das vor der Rückkehr ins Büro auch nicht mehr schaffen.

Die Botschaft aus meinem Inneren ist jedenfalls bei mir angekommen, und ich habe mich auf den Weg gemacht. Ich werde über Hamburger Pflaster streifen und darüber berichten. Gewohnheiten kommen auf den Prüfstand – der Hut ist in den Ring geworfen. Doch der Alltag hat bereits sein gefräßiges Maul weit aufgerissen und ich kann das Schmatzen und Grunzen schon hören. Wenn es dann erstmal dazu reicht, häufiger als bisher Na und?! zu sagen, dann ist schon viel gewonnen.

Einen guten Start in das neue Jahr! Ein Jahr, dass – so sagt mir mein Gefühl – sehr schwierig werden wird, aber auch spannend und reich an Chancen. So wie jeder Tag.

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