Sonne, die scheint wie sie will (ReIssue)

Du bist der erste Gedanke am Morgen
und der letzte in der Nacht.

Mein Herz, das Fenster zur Seele,
Du hast es um den Schlaf gebracht.

Deine Augen, sie spielen mit mir,
sie glänzen und leuchten,
ein perlendes Klavier.

Dahinter, ich kann nur raten,
steht ein Wesen,
es soll mir verraten,
wie es wurde, was es ist,
ob begleitet oder allein,
was Freunde nur wissen
oder Eltern vermissen,
komm‘ zu mir herein,
es wird nie mehr sein
wie es war,
denn Du bist jetzt da.

Ges(ch)ichtsbuch

Ich gehöre nicht zu den 500 Millionen Menschen bei Facebook. Das Netzwerk begegnet mir aber beruflich und ich habe Social Network von David Fincher in der Originalfassung gesehen. Produziert übrigens von Kevin Spacey. Fazit: Auch mit Millionen von Freunden kann man einsam sein.

Ich bezweifle, dass der Dienst in 5 Jahren da stehen wird, wo es jetzt alle erwarten, oder soll ich sagen, worauf sie ihr Geld wetten? Interessant wird es wie immer beim menschlichen Verhalten. Und da gibt es ja in beide Richtungen noch Spielraum. Trends erzeugen ja immer auch Gegentrends.

Was denken die anderen nun also von mir? Das ist natürlich eine wahnwitzig wichtige Frage, wenn man sich mehr über andere als über sich selbst definiert. Verständlich, dass die öffentliche Auskunftsfreude vielen Freunden von Geschäften gelegen kommt. Da möchte der eine oder andere doch sicher lieber vor sich selbst geschützt werden, als vor der „Datensammelwut“ des weltgrößten Poesialbum-Betreibers, oder?

Offen ist das alles für poetische, philosophische und soziologische Betrachtungen. Und bald sicher auch für geschichtliche. Hauptsache irgendjemand hat davon einen Nutzen. Wie spannend wäre es, menschliches Verhalten nicht hochzurechnen, sondern zu erleben. Wie sagte mal jemand in einem Vortrag auf einer DPRG-Veranstaltung so schön: Werbung von heute ist Spam von morgen.

Vielleicht liegt alles auch daran, dass ich früher schon mit Poesiealben eher wenig anfangen konnte und mir auch das althergebrachte „Zwitschern“ immer noch mehr Freude bereitet. Und auch mehr Kopfschmerzen.

Virus – Botschaft aus dem eigenen Universum

Die Tage an der frischen Luft konnte ich in den letzten zwei Wochen an einer Hand abzählen. Mein Körper hat komplett gestreikt und sich bis jetzt nicht entschieden, ob er weiter auf einer Lohnerhöhung besteht oder ihm weniger Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich ausreicht.

So las ich in den Tagen über Stille und suchte die Ruhe – doch vergeblich, weil der Körper keine gab. Alles in allem eine Frage der Erwartungshaltung. Wenn von 1000 Dingen, die man im Urlaub machen wollte, am Ende gar nichts übrig bleibt, dann ist das schon ziemlich gewöhnungsbedürftig. Andererseits schärft es den Blick für das Wesentliche. Nach Tagen von rein gar nichts bis kaum etwas, tastete ich mich erst an das Zeitungslesen heran und dann an das gute alte Buch. Jetzt habe ich immer noch 300 Seiten meines mexikanisch-chilenischen Schinkens vor mir und werde das vor der Rückkehr ins Büro auch nicht mehr schaffen.

Die Botschaft aus meinem Inneren ist jedenfalls bei mir angekommen, und ich habe mich auf den Weg gemacht. Ich werde über Hamburger Pflaster streifen und darüber berichten. Gewohnheiten kommen auf den Prüfstand – der Hut ist in den Ring geworfen. Doch der Alltag hat bereits sein gefräßiges Maul weit aufgerissen und ich kann das Schmatzen und Grunzen schon hören. Wenn es dann erstmal dazu reicht, häufiger als bisher Na und?! zu sagen, dann ist schon viel gewonnen.

Einen guten Start in das neue Jahr! Ein Jahr, dass – so sagt mir mein Gefühl – sehr schwierig werden wird, aber auch spannend und reich an Chancen. So wie jeder Tag.