33 minus 5

Minuten. Sie vergingen gestern Abend wie im Flug. Zur Abwechslung mal ohne Musik im Ohr hatte ich meine Alsterrunde absolviert, nein, war vielmehr herumgeprescht – wie von einem Sog gezogen, der mir unwirklich und anstrengend vorkam. Anstrengend mehr für den Kopf, als für den Körper.

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Zwischenzeitlich sah es nach 31 Minuten aus. Ich achtete auf die Atmung wie schon seit Urzeiten nicht mehr. Die Zeit war nebensächlich – und auch nicht.

Auf einer Bank am Westufer, nicht weit von der Krugkoppelbrücke entfernt, saß ich anschließend und fragte mich, was ich auf der anderen Seite in der Dämmerung sehe. Fragte mich, was ich gerade spüre. Langsam kam ich so in das Bild und meine Umwelt hinein, denn dass ich mich wie ein Getriebener in den davorliegenden 40 Minuten gefühlt hatte, war wohl nicht zufällig so. Dampf ablassen lautete die Devise – und dazu ist das Laufen immer gut.

Meine Gedanken tasteten sich langsam in Richtung Juni 1992. Das ist nach meiner Erinnerung mein erster Lauf um die Alster, und damals stand am Ende die Zahl 28. Schwer zu glauben, und mit dem Gefühl von gestern Abend, triefend nass auf der Bank sitzend, noch schwerer zu glauben. Ich möchte nicht dorthin zurück, mal abgesehen von der Regenerationsfähigkeit von damals, aber ich möchte unter die 30. Dieses Jahr noch.

Egal, ob getrieben, entspannt, bewußt oder zahlenfixiert. Ziele braucht der Mensch, auch kleine, scheinbar unwichtige.

Die Zeit läuft.

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