Zwischen Ronco und Monte Generoso (Teil 1)

Die wärmste Stadt der Schweiz ist Locarno am Lago Maggiore. Bewegt man sich von dort weiter, ganz gleich, auf welcher Uferseite, ist man schnell in Italien. Am Ostufer ist die nächste größere Stadt Luino, am Westufer kommen nach Ascona, allerdings noch im Tessin, Ronco Porto und Ronco sopra Ascona.

Am 1. August, dem Schweizer Nationalfeiertag, kommen wir nach Ascona, finden dort in der Via Borgo einen wunderbaren kleinen Buchladen, ein akzeptables Restaurant und farbenforhe Häuserfassaden.

Isole di Brissago_web

Wir folgen der Uferstraße Richtung Brissago und ehe wir uns versehen, fahren wir hinauf nach Ronco s/Ascona (so steht es auf allen Schildern). In Anbetracht der fortgeschrittenen Uhrzeit zeichnet es sich bereits ab, dass wir das für 22.00 Uhr in Ascona angekündigte Feuerwerk von hier aus ansehen werden.

„Was ist denn hier los?!“

Die Serpentinen nach Ronco sopra Ascona bieten auf der Seeseite in der Regel jede Menge einzelner Parkplätze – Privatparkplätze, die im Normalfall zu den angrenzenden Grundstücken gehören. In der Regel ist das auch entsprechend ausgeschildert. Der Platz, den wir uns suchen, hat keinen entsprechenden schriftlichen Hinweis zu bieten, lediglich eine Fahrstuhltür in der Begrenzungsmauer Richtung Abhang. Wir parken so, dass noch ein zweites Fahrzeug Platz finden kann.

Nachdem wir knapp zwei Stunden weiter auf- und ortseinwärts gelaufen sind, und wunderschöne Ausblicke vom Panoramaweg auf Ascona, Locarno und die Isole di Brissago genießen konnten, kehren wir zum Auto zurück. Ein weiterer Wagen hat sich zu uns gesellt und wir verpflegen uns kurz und ich versuche die Akkus meiner diversen kleinen Gerätschaften über meinen Laptop aufzuladen. Vermutlich durch die Geräusche unserer Unterhaltung angezogen, geht mit einem Male die Fahrstuhltür auf und der Teil mit der angemessenen Ansprache wird gleich übersprungen.

„Was ist denn hier los?!“ Man spricht also deutsch – und verhält sich leider auch so. Der vermeintliche Hausherr deklariert den Parkplatz als privat, verweist auf in Kürze zu erwartenden Besuch und zieht sich prompt in den Fahrstuhlschacht zurück. Wir sehen uns verduzt an und ich frage mich, ob es Intermezzi wie diese sind, die deutsche Staatsbürger bei ihren südlichen Nachbarn so unheimlich beliebt erscheinen lassen.

Feuerwerk_Ascona_web

Das Feuerwerk zwei Stunden später entschädigt bei einsetzendem leichten Nieselregen – es ist, Gott sei Dank, ein schweizer Feuerwerk.

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