Neu: Event-Talk der DPRG LG Nord / Ausstellung: “Beatlemania” in Hamburg

Die Landesgruppe Nord der DPRG (Deutsche Public Relations Gesellschaft) hat heute Abend ein neues Veranstaltungsformat ins Leben gerufen. In den Räumen der Beatlemania-Ausstellung auf der Reeperbahn in Hamburg fand erstmalig der Event-Talk statt. In diesem Forum werden künftig Themen diskutiert, die sich an der Schnittstelle zwischen PR und Eventorganisation befinden. In Form von Vorträgen und Gedanken- und Erfahrungsaustausch können Hamburgs PR- und Eventdienstleister zusammen kommen.

Das Thema der Auftaktveranstaltung war die PR- und Marketingarbeit für Beatlemania. In einem Vortrag von gut einer Stunde stellten Bernd Zerbin und Stefan Rosenau von Octopus und FKP Scorpio zudem die die Entwicklung der Ausstellungsidee bis zur Eröffnung von Beatlemania im Mai 2009 vor.

Der DPRG-Landesgruppenvorsitzende Jürgen Braatz und Julia Viehrig von Stockheim Catering haben das neue Format gemeinsam entwickelt. Bereits am heutigen Abend haben die Teilnehmer zahlreiche weitere Eventlocations für die Folgeveranstaltungen vorgeschlagen. Damit zeigt sich schon sehr gut die Tragfähigkeit des Konzepts, denn ein gemeinsamer Austausch über aufregende Locations und wichtige Einzelthemen wurde sofort vom Publikum angenommen.

Nicht nur als DPRG-Mitglied hat mir der Abend sehr gut gefallen. Vor allem die Ausstellung, für die ich mir beim nächsten Besuch mehr Zeit nehmen werde, ist bemerkenswert. Die Einpassung der einzelnen Ausstellungselemente in die Räumlichkeiten des ehemaligen Erotic Arts Museum ist mehr als gelungen. Dazu kommt für mich meine Erinnerung an die Beatles-Filme, die ich in meiner Kindheit gesehen habe. Das sind Erinnerungen, die vor allem heutige Schulklassen wieder machen sollten. Vor allem entwickelt man doch wohl eher einen eigenen Stil und eine eigene Persönlichkeit, indem man den Wunsch des Berühmt-Werden-Wollens hinter die Arbeit und die Freude an der Musik stellt, und nicht umgekehrt. Es ist klar, dass ich damit mich nicht als sinngebender Unterstützer von Formaten wie „Popstars“ oder „Deutschland sucht den Superstar“ oute.

By the way, am Ende zählt doch nur: All you need is love!

Zeit und Geschwindigkeit (”Payback”)

Mit der Überschrift „Mein Kopf kommt nicht mehr mit“ beginnt ein Artikel von Frank Schirrmacher, Mitherausgeber der FAZ, über die Wissens- und Informationsgesellschaft in der SPIEGEL-Ausgabe vom vergangenen Montag. Schirrmacher hat ein Buch über diese Problematik geschrieben. Es heißt Payback, und soll uns laut Untertitel verraten, wie wir (Menschen) die Kontrolle über unser Denken und Verhalten im digitalen Zeitalter zurückerlangen können.

Die Lektüre der vierseitigen Bestandsaufnahme unseres Lebens zwischen Google, eMails, SMS, Informationsgewinnung und -erzeugung, Handy & Co. ist gewiss intellektuell anspruchsvoll, doch das tut der inhaltlichen Richtigkeit des Geschriebenen keinen Abbruch. Je weiter ich im Text voran schritt, desto ernüchterter wurde ich. Ich las nichts bahnbrechend Neues, aber die zusammengetragenen Informationen und gezogenen Schlussfolgerungen sind überzeugend und logisch in den – scheinbar (von unserem Gehirn) nicht mehr zu verarbeitenden – Gesamtkontext gestellt. Schirrmacher gelingt es, einen eindringlichen Appell zu formulieren und gleichzeitig Hoffnung durch den Hinweis auf Ursache und Wirkung, sowie ein adequates „Gegenmittel“ zu erzeugen.

Ganz nebenbei mahnt der Autor auch den Lehr- und (Aus-)Bildungsbetrieb als eindimensional und unflexibel ab.

Dass das Internet menschliche Verhaltensweisen beeinflusst und teilweise komplett neu arrangiert, ist keine wirklich neue Information. Die Frage ist doch: Wer muss vor wem geschützt werden? Und da ist der Mensch mit sich doch schnell wieder allein. Hausgemachte Probleme entstehen in der Regel aus systemimmanenten Fehlern und Schwachstellen. Dass ein System, welches von Leistungsdenken und Profitstreben beherrscht wird, auch jede Menge ungeliebtes Unkraut im digitalen Rasen sprießen lässt, versteht sich fast von selbst. Doch bei einem genaueren Blick auf den Zustand von gesellschaftlichen und ökonomischen Prozessen wird schnell klar, dass wir längst den Überblick verloren, und ein mitunter völlig gestörtes Verhältnis zu Zeit und Geschwindigkeit entwickelt haben.

Ich möchte hier nicht die Entdeckung der Langsamkeit propagieren. Jedoch reicht es nicht aus, für die gemeinsame Gestaltung einer Zukunft im Erleben und Wissen, sich auf den Konsum von 5-Minuten-Clips und das Lesen von Dreizeilern zu beschränken. Wenn die vorherrschende Einstellung von Kapitulation und Ignoranz weiter voran schreitet, dann wird es nicht einmal mehr reichen, der vermeintlichen intellektuellen Elite den Diskurs über Zukunft, Gegenwart und Verhalten schulterzuckend oder resignierend zu überlassen.

Der liebe Gott hat vor den Erfolg das Bemühen gestellt, und mangelnde Bereitschaft, über sich und andere zu reflektieren ist ein Luxus, der sich bitter rächen wird und unbezahlbar bleibt. Von Nichts kommt nun mal Nichts. Technik, Fortschritt und Rechner- bzw. Maschinenleistung darf niemals nur um ihrer selbst willen auf den Thron gehoben werden, sie darf nur sinngebende, gewinnbringende und nützliche Ergänzung sein. Ob das mit oder ohne Ästhetik geschieht, ist zwar nicht gleichgültig, aber auch nicht kriegsentscheidend. Wer aber nur um des Twittern willens twittert, der redet letztlich nur mit sich selbst – und hat nicht einmal dabei etwas zu sagen.

Als ich meinen Blog vor über zwei Jahren begonnen habe und nur eine ungenaue Vorstellung hatte, was und wie genau ich bloggen wollte, wusste ich doch eines ganz genau: Ich wollte eigenartig sein, und zwar im besten Sinne dieses wunderbaren Wortes. Ich wollte weder der Mode hinterher rennen, noch mich zum Sklaven dieses Web-Formats machen. Ich bin nicht bereit gewesen, nur der vermeintlichen Gepflogenheiten wegen kurze Texte zu schreiben, die dann auch noch ständig um Videos und/oder Bilder ergänzt sind. Ich wollte Angemessenes produzieren, auch wenn ein guter Freund nach erstmaliger Ansicht der Website gleich konstatierte, dass die Texte für ein Blog zu lang seien.

Ich meine: Wer sich keine Mühe (mehr) gibt, und nur noch Interesse an schnellen Ergebnissen hat, der hat seine Erlebnisfähigkeit wahrscheinlich bereits auf ein Minimum reduziert, wenn nicht gar schon ganz verloren. Ich brauche im Urlaub keinen Animateur. Ich hole mir gerne einen Tipp zu Reisezielen oder Unternehmungsmöglichkeiten, aber ich bin auch in der Lage, selbst etwas zu erforschen und mein Hirn mit meinen ganz eigenen Gedanken zu benutzen. Und da kommen wir „zurück“ zu Payback: Eigenverantwortung ist einer der Schlüssel, um die Macht über das eigene Leben und Handeln zurück zu gewinnen. Dazu fällt mir ein wunderbarer, doch scheinbar unserer materiell ausgelegten Lebensweise völlig widersprechender Satz aus einem Song von Francis Dunnery ein: The only thing you get to keep is what you give away!

Ich freue mich auf die Lektüre von Frank Schirrmachers Buch und werde meine beruflichen und privaten Verhaltensweisen in angemessener Weise auf den Prüfstand stellen. Dazu brauche ich aber keine Suchergebnisse aus Google und keine Tweeds oder sonstige Postings. Ich werde mich auf eine gute Mischung aus Gefühl und gesundem Menschenverstand verlassen.

Denn darauf kann ich mich verlassen.

Chinese Boxing

Wer in Hamburg oder Hannover auf der Suche nach einem Ausgleichssport in Verbindung mit realistischer Selbstverteidigung ist, dem sei das Chinesische Boxen empfohlen. Energiefluss, Stressabbau, Geselligkeit, Koordination und Umgang mit sich und anderen werden dort gezielt oder beiläufig geschult.

Das Wort Boxen führt etwas in die Irre, denn es geht nicht darum, Schläge zu verteilen und mit Kraft zuzuschlagen, sondern… Auf der Website der Hamburger Schule finden Interessierte einen Überblick und Erläuterungen zu diesem faszinierenden Sport, auf den ich nicht mehr verzichten möchte.

Denn mit einem Lächeln geht alles leichter.

Begegnungen (Fragile)

Robert Enke ist tot. Er ruhe in Frieden.

Ich gehöre mittlerweile zu den Menschen, die wirklich jeder negativen Situation und jedem negativen Ereignis irgendetwas Positives abgewinnen. Der Selbstmord von Robert Enke, so schwer er zu ertragen ist, wird hoffentlich nicht nur das Tabu-Thema Depressionen auf die Agenda hieven, sondern noch etwas viel Wichtigeres leisten können, nämlich den Menschen wieder in den Mittelpunkt zu rücken, denn das Menschsein ist bedauerlicherweise ziemlich aus der Mode gekommen.

Dass die Menschen aber ein tiefes, sehnsüchtiges Bedürfnis nach menschlichen Werten und Regungen haben, zeigt die große Anteilnahme am Tod eines Mannes, der sich seiner Wirkung, Authentizität und vor allem Integrität – über die Grenzen des Fußballs hinaus – überhaupt nicht bewußt gewesen zu sein schien. Er ist den Menschen begegnet. Und er war ein herausragender Botschafter unseres Landes während seiner zahlreichen Auslandsstationen seiner Torwartkarriere. Dort, so erinnere ich mich an ein Interview mit ihm im Magazin Galore, hat er Gelassenheit und den Blick für das Wesentliche gelernt.

Wie verzweifelt ein Mensch sein muss, der so bedingungslos respektiert und bewundert wurde, sich das Leben zu nehmen, auf eine noch dazu so grausame Weise, kann nur verstehen, wer selbst mal ganz weit unten gewesen ist. Denn dort zählt ab einem gewissen Punkt nichts mehr, sondern es besteht nur noch der alles beherrschende Wunsch nach Frieden. Seelenfrieden. Dazu ist dann jedes Mittel recht – auch wenn es das Letzte ist. Auch an dieser Stelle mein tiefer Respekt. Leider war wohl seine Angst größer als die Neugier. Und wenn man es nicht schafft, seine Ängste aufrichtig kennen zu lernen, wird man immer von ihnen beherrscht werden. Und Angst fressen Seele auf, das wird auch in 100 Jahren nicht anders sein. Denn Ängste kommen nicht als böses Ungemach von außen, sondern sind Gefühle, die man bisher nicht kannte oder verlernt hat. Sie kennen und fühlen zu lernen ist der einzige Weg, Ihnen einen anderen Namen zu geben.

Es gibt einen Film mit Richard Gere und Sharon Stone aus der ersten Hälfte der neunziger Jahre. Damals wollte ich unbedingt den Soundtrack von James Newton-Howard haben. Bis heute habe ich ihn nicht in die Finger bekommen. „Begegnungen“ (Intersections) erzählt rückblickend die Geschichte einer gescheiterten Ehe und dem, was übrig bleibt, wenn ein Mensch gegangen ist. Ich glaube, viele Menschen haben Robert Enke gekannt, obwohl sie ihm nie direkt begegnet sind. Und einem Menschen aufrichtig und offen zu begegnen, ist eine Kunst, die wieder neu gelernt und gelehrt werden muss. Sonst werden viele nicht einmal mehr in der Lage sein, sich selbst zu begegnen.

Tröstende Musik:

  1. „Lazarus“ von Porcupine Tree. Sänger Steven Wilson beschrieb das Lied Im Hamburg-Konzert am 25.10. kürzlich als „kind of love song from beyond the grave“. Es lief gerade zufällig, als ich diese Zeilen schrieb. Es fühlte sich gut an.
  2. „Fragile“ von Sting. Ich kaufte eine CD des Albums „…Nothing like the sun“ 1987 kurz nach ihrem Erscheinen bei Karstadt in Bremen. Ich erinnere mich daran, als sei es gestern gewesen. Ein Jahr später benutzte ich den Song für ein Referat im Englisch-Leistungskurs über die Militärdiktatur in Chile.
    Auch hier hat Robert Enkes Tod hoffentlich einen bleibenden Gedanken in den Menschen verankert, oder mit den Worten von Sting: „…lest we forget how fragile we are.“

Pony-Grippe ist uncool, die braucht kein Schwein!

Bis Anfang der vergangenen Woche konnte ich bei passender Gelegenheit noch erzählen, dass ich seit fast zwölf Monaten keine Erkältung mehr gehabt habe. Doch seit Mittwoch sind die Pferde – genau genommen die Ponys – mit mir durchgegangen. Die Pony-Grippe hat mich voll erwischt!

Wer braucht schon die Vogelgrippe oder Katzengrippe?! Das waren so in etwa meine Gedanken vor der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag. Auch Fieber ist in meinem Dasein der letzten 25 Jahre ein Zustand, dessen Häufigkeit ich an zwei Fingern abzählen konnte. War, konnte, hatte – alles Vergangenheit, denn jetzt dachte ich doch eher ans Krepieren und fühlte mich rückwirkend etwas überheblich, andererseits habe ich einen solchen körperlichen Stromausfall einfach seit fernen Kindestagen so nicht mehr erlebt. Demut war und ist gefragt.

Der mir stets lästige und ungeliebte Gang zum Arzt war unvermeidlich geworden. Allerdings machte ich mir keine Illusionen bzgl. einer genauen Diagnose oder für den (nicht?) unwahrscheinlichen Fall der Nutzung des bösen S-Wortes von Arztseite. Denn was das böse S-Wort angeht, gibt es wohl in der Regel nur Ahnungslosigkeit (über die Hintergründe) und Panik(mache). Dazwischen muss man mit der Lupe suchen.

Seit Donnerstag und Freitag weiß ich jedenfalls, dass der glücklich sein kann, der in einer solchen Situation einen landarztmäßigen Hausbesuch von seinem Arzt erhält. Denn jeder Schritt nach draußen nach einer Nacht mit 40 Grad Fieber ist zu viel. Donnerstagnachmittag vergebens ins UKE (Original-Dialog in der Infektologie: „Gehen Sie in die Notaufnahme, wir schließen in zehn Minuten. Oder zu Ihrem Hausarzt.“//“OK, aber was würde man denn jetzt mit mir machen, in der Notaufnahme oder beim Hausarzt?“//“Ja, das kann man nicht so leicht sagen. In erster Linie Isolation und Ausruhen.“//“Aha, …danke. Schönen Feierabend.“//“Danke, tschüß.“)

Ich also am nächsten Morgen zur Hausärztin am Klosterstern. Dort klingelte schon bei meiner Ankunft unablässig das Telefon, was sich in den nächsten zweieinhalb Stunden meiner Anwesenheit nicht ändern sollte. Auch im Wartezimmer kommt man natürlich am bösen S-Wort nicht vorbei. Fazit am Ende: Selbst wenn es die Pony-Grippe ist bzw. war, dann ist das schlimmste mit dem Fieber jetzt sowieso bereits überstanden. D’accord. Allerdings handelt es sich so oder so um eine schwere Vireninfektion. Hm, ok. Temperatur jetzt um halb elf bei 38,1 Grad. Das geht. Noch.

In der Schule meiner Nichten in Klein Borstel ist die Schulpflicht vorläufig aufgehoben. Aber die Frage, die nicht nur im Zusammenhang damit ständig auftaucht, lautet doch: Wozu? Wozu zu Hause bleiben, wenn man nicht krank ist? Wozu sich impfen lassen, wenn unklar ist, ob der Nutzen größer ist als der Schaden? Wozu die ganze Hysterie? Und vor allem: Was passiert, wenn die echte Pony-Grippe kommt?! Da Schweine nicht wirklich schnell laufen können, befürchte ich im übertragenen Sinne doch, dass dann endgültig alle Gäule (mit uns) durchgehen werden, oder?!

Jedenfalls sterben jedes Jahr in Deutschland an der „normalen“ Grippe 6.000 bis 40.000 Menschen. Das scheint aber komischerweise niemanden zu beunruhigen oder zur medialen Hektik zu verleiten. Merkwürdig, wo doch in Deutschland bisher die Zahl der am bösen S-Wort Gestorbenen deutlich unter 100 liegt (, was natürlich trotzdem bedauerlich ist). Es liegt also an der Konstitution und den individuellen Umständen, ob etwas und was passiert.

Nachdem ich heute Tag 4 meiner hoffentlich morgen endenden Kasernierung begehe, möchte ich für das Protokoll lediglich festhalten:

Pony-Grippe ist voll uncool, die braucht wirklich kein Schwein!