Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Geschafft! Am Ende einer selbst organisierten und vermarkteten Veranstaltung, weiß man, was man getan hat. Wochen von konzentrierter Arbeit, mit heftigen Ups und Downs münden in diesen einen Tag, um den sich letztlich alles dreht. Alles, was vorher gut oder schlecht lief ist vergessen, nur heute zählt – heute muss alles funktionieren.

Die Abhängigkeit vom Publikum, sprich den Teilnehmern ignoriere ich so gut es geht. Absagen am Tag zuvor wegen Krankheit, wegen „die Hütte brennt“ oder weil „zu kurzfristig“. Alles verdrängt und beiseite geschoben. Denn jetzt zählen nur noch die Anwesenden. Und das sind trotz allen Widrigkeiten erstaunlich viele. Und noch besser: Sie bleiben bis in den Nachmittag hinein und sind vor allem eins: interessiert.

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Kurz nach 17 Uhr ist Schluss. Jetzt herrscht fast nur noch Leere im Kopf. Aufräumarbeiten, Gespräche mit Referenten, Teilnehmern und Kollegen. Material einsammeln und Technik abbauen. Langsam stellt sich ein Gefühl der Befriedigung ein. Die Leere bleibt. Das war mein neunter Kongress in den letzten drei Jahren. Die Routine bringt mit der Zeit eine Art von Gelassenheit mit sich. Gelassenheit, die hilft, den Teil an Ohnmacht zu akzeptieren, der die Resonanz des Publikums betrifft.

Was sind dagegen schon Finanzmarktkrise, Wohnungssuche, Dauerregen, hohe Benzinpreise und überbordende Gefühle?! Das Bild oben spiegelt die emotionale Achterbahnfahrt vor, während und nach einer Veranstaltung sehr gut wider, eine Mischung aus: Unberrechenbarkeit, Faszination, Lebendigkeit, Emotionen, „Kunst“ und, und ,und…

Nach dem Kongress ist vor dem Kongress.