David Foster Wallace – R.I.P.

Ich hatte seinen ersten Roman Der Besen im System zuletzt häufiger in der Hand. Er wartet seit einigen Monaten in meinem Bücherregal darauf gelesen zu werden. Sein Opus Magnum Infinite Jest von 1996 wird angeblich in Kürze erscheinen. der Übersetzer arbeitet seit langer Zeit acht bis zehn Monate im Jahr an der deutschen Fassung. Jetzt gibt es leider einen traurigen Anlass, den Autor und die anstehende Veröffentlichung einem breiteren Publikum bekannt zu machen. Bekannt ja, zugänglich wohl eher nein. Zu verschachtelt die Sätze, zu umfassend und undurchdringlich (unendliche Fußnoten) die Texte.

Sein Thema war Die unentrinnbare Unterhaltung (Artikel von Willi Winkler in der SZ von gestern). Während ich diese Zeilen schreibe und dabei Musik höre und bis eben noch in der Zeitung las, weiß ich doch gleich wieder was damit gemeint ist.

Ich empfehle zum Einstieg den Geschichten-Band Kurze Interviews mit fiesen Männern. Anders als über Kurzgeschichten wird man sich dem Mann, auch nach seinem Tod, wohl nicht nähern können. Er hat sich übrigens erhängt, jedenfalls nach dem, was jetzt bekannt ist. 46 Jahre ist länger als viele Leben; aber zu kurz für diesen wortgewaltigen Schriftsteller. Ein dezenter Hinweis darauf, mehr aus jedem einzelnen Tag zu machen – es könnte der letzte gewesen sein.

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