Owner of a lonely heart

Better than an owner of a broken heart?

Den alten Yes-Klassiker hatte ich heute morgen beim Joggen via iPod im Ohr. Ist ja eigentlich eher ein Stimmungsmacher – auch wenn der Titel und Text teilweise etwas anderes ausdrücken. Das alte Dilemma wird besungen: Verletzte Gefühle und Angst davor, wieder verletzt zu werden. Der Song wird – aufgrund des dazugehörigen Videos – auch gerne mit Kafkas Der Prozess verbunden. Dabei geht es dann auch darum, aus dem (eigenen) Trott auszubrechen bzw. aus der Reihe zu tanzen.

Beim Laufen ging mir dann folgendes durch den Kopf: Mit steigendem Lebensalter wird man auch zunehmend wählerischer. Doch egal, wie gut oder schlecht die Vergangenheit in Beziehungen verlaufen ist, auch hier hat das letzte Hemd keine Taschen. Will sagen: Ich kann mich natürlich den Rest meines Lebens an die Prämisse festklammern, emotional nicht unter die Räder kommen zu wollen – wer will das schon. Doch erstens kommt es sowieso anders, und zweitens hat jemand ja bekanntlich vor den Erfolg das Bemühen gestellt. Der Spaß muss ja nicht zwangsläufig auf der Strecke bleiben. Auch bei Misserfolgen und erlittenen Schrammen nicht. Man kann Leichtes schwer nehmen, und Schwieriges locker und leicht. Letztlich zählt der Moment.

Überflüssig zu erwähnen, dass eine Alsterrunde bei blauem Himmel, knapp 20 Grad morgens um sieben kaum zu schlagen ist. Überrascht war ich dann doch etwas über den regen Bertrieb um diese Uhrzeit. Klar, abends ist es im Moment zu warm. Dennoch: Die meisten waren anscheinend schon vor halb sieben losgezogen. Respekt.

Die Olympischen Spielchen

Ich las gestern oder vorgestern einen Artikel über ein neues Buch von Ines Geipel in Sachen Doping. Darin ging es in erster Linie um China, den Status quo in Bezug auf Doping-Techniken und künftige Entwicklungen. Das ganze im gesellschaftlichen Kontext betrachtet. Aldous Huxleys Brave New World kommt näher und näher. (Beides) Unbedingt lesenswert!

Schicksal

In der Schule kann man im Deutschunterricht schnell eine Diskussion über den Unterschied zwischen Zufall und Schicksal anzetteln. Man kann darüber philosophieren, inwieweit sich die Zufälle im Leben in einem vorherbestimmten Rahmen zutragen, der letztlich keine Abweichungen duldet – jedenfalls keine entscheidenden.

Ist es schon Zufall, wenn ich mich in die Nachbarin verliebe, wenn doch immer klar war, dass ich in diese Stadt ziehen würde und der Stadtteil, in dem ich eine Wohnung gefunden habe einer meiner bevorzugten ist? Könnte man dann nicht auch davon ausgehen, dass es meiner Nachbarin auch so gegangen ist? Ab einem gewissen Grad von Übereinstimmungen und Ergänzungen gib es keinen Zufall mehr. Man kommt dann auch nicht zufällig gerade vorbei…

Wie viele Chancen bekommt man im Leben, sich richtig und abgrundtief zu verlieben? Eine? Oder zwei? Höchstens. Seit einem Jahr warte ich auf eine Begegnung, die sich in schöner Regelmäßigkeit in den letzten vier Jahren immer wieder ergeben hat. Die Zusammentreffen waren meist zufällig, aber vor allem schicksalhaft. Mein Gefühl sagt mir, dass es mal wieder so weit ist. Es sagt mir vor allem auch, dass der Zeitpunkt dieses Mal der richtige ist. Weiche Knie, Herzklopfen etc. Boten des Schicksals. Mit Sicherheit. Dieser Bestimmung kann man nicht entgehen.

“Wir laufen uns aber auch immer wieder über den Weg!” Diesen Satz würde ich gerne wieder von Dir hören. Und dann nie wieder.

By the way

Götz George hat heute Geburtstag. Es ist der siebzigste. Gratulation an einen außergewöhnlichen Menschen. Seine Liebe zu Sardinien spricht für ihn. Seine Ehrlichkeit auch. Von dem Film, den seine Lebensgefährtin über ihn gedreht hat, und der heute Abend in der ARD gezeigt wurde, bleibt vieles haften. Unter anderem eine Aussage über seine frühere Verklemmtheit und die vielen entgangenen Gelegenheiten bei Frauen. Es folgt in etwa der Satz: „Das war aber auch gut so, denn zu viel Rumgerammel macht ja irre im Kopf.“

Ich höre gerade Vita spericolata von Vasco Rossi, (live) gesungen von Francesco De Gregori (Album: Il bandito e il campione). Ein solches Leben hat George wohl gehabt, auch wenn er sagt, dass seine Hingabe zum Beruf ihn an vielem gehindert, einiges verhindert habe. Er würde gerne noch drei oder vier Jahre leben, sagt er am Ende. „Oder 15.“

Glück auf!

Instant Karma

Es ist ab und zu vorteilhaft, die Sinnfrage zu stellen. (Danach kann man sich dann wohlverdient eine längere Pause gönnen.) Wenn der Horizont zu eng wird, und sich alles nur noch um Inflation, Flat Rate, All inclusive und Funktionieren dreht, schadet ein Blick nach Innen oder zur Seite nicht.

Ich las gerade ein Interview mit Peter Thiel in der Südeutschen Zeitung. Thema: Krisen und Verhalten von Männern um die Vierzig. Da fühlte ich mich wohl irgendwie angesprochen. Viele Aussagen waren mir allerdings zu plakativ. Nun gut – Herr Thiel möchte ja sicherlich auch noch Besucher in seiner Praxis empfangen.

Der Song von John Lennon passt jedenfalls. Die Dinge kommen und gehen. Also aufgesprungen und die Welle abgeritten. Sonst verschwindet die Staubwolke schneller am Horizont, als sie kam.

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Sehr schön war auch diese Woche wieder Axel Hackes Kolumne im Süddeutsche Zeitung Magazin. „Man sollte sich ins Bett legen.“