Kein Mangel an Kissen

Morgen früh muss ich wieder ins Büro. Ich freue mich drauf – bin aber auch etwas traurig. Viele Dinge konnte ich in den zweieinhalb Wochen Urlaub nicht schaffen. Und das sind Dinge, zu denen man etwas Zeit braucht. Zeit ist und bleibt der größte Luxus.

Kurz vor Weihnachten und auch im neuen Jahr habe ich einen meiner Lieblingsläden in Hamburg besucht: MIA (Made in Africa) Collection. Dort gibt es Einrichtungsgegenstände, Schmuck und Dinge für den täglichen Gebrauch. Ich gehe dort – obwohl mich alle Sachen interessieren – eigentlich nur wegen der wunderbaren Kissen aus afrikanischen Stoffen hin. (Auf der Internetseite sind sie allerdings nicht zu sehen.) Es gibt sie in zwei Größen, die kleinen (40 x 40 cm) z. B. für’s Sofa, und die großen (80 x 80) z. B. zum Draufsetzen oder Anlehnen.

Regenwald-Kissen

Ich freue mich allein schon über den farbenfrohen Anblick jeden Tag auf’s Neue.

Und das werden wohl nicht die letzten Kissen sein…

Live is Life

Diese beiden Trailer bzw. Konzerte von zwei meiner langjährigen Favoriten habe ich in den letzten Tagen übermittelt bekommen (siehe unten).

Dazu fällt mir ein Satz aus einer Spiegel Online-Rezension zum letzten Arcade Fire-Album ein, als es um die besten Alben des Jahres 2007 ging. Die Band sei viel zu intelligent, um zu U2 oder Coldplay zu werden. Ich frage mich immer, was es ist, das solche Aussagen befeuert? Ist es Neid, Abneigung, Unverständnis für Lebensphasen anderer Menschen, Intoleranz? Was ist es?

Natürlich ist U2 seit vielen Jahren ein sensationell gut geöltes Business. Dafür hat Paul McGuiness gesorgt. Doch es gibt zwei Dinge, die hat man als Band oder man hat sie nicht: eine unverwechselbare Live-Performance und Energie in der Musik und den Songs.

Diese Kraft ist auch bei den Simple Minds einmalig. Sie sind zwar nicht mehr so groß wie 1989/1990, aber Live immer noch eine Klasse für sich und sicherlich ohne Probleme in der Lage, besondere Alben aufzunehmen. Das letzte Werk Black & White 050505 war dahingehend ein deutlicher Hinweis.

Ich glaube viele Leute haben aus Frust oder Neid oft nichts besseres zu tun, als über andere oder anderes herzuziehen. Dabei würden sie als erste auf die Barrikaden gehen, wenn gleiches mit ihren Lieblingen geschähe. Genau wie beim Fußball: Kann ich nicht einfach die Leistung anderer Vereine und anderer Menschen anerkennen ohne ständig pauschale Urteile gebetsmühlenartig zu wiederholen?! Ich interesse mich seit über 30 Jahren für das Spiel mit dem runden Leder und bezeichne mich auch nicht (mehr) als Fan, sondern als Sympathisant. Das sorgt für mehr Distanz und weniger Groll bei Misserfolg.

Ich wiederhole mich gern: Weisheit ist, den anderen ihr Anderssein zu verzeihen.

Startschwierigkeiten

Das übliche Neujahrsritual musste leider ausfallen. Die Laufschuhe blieben ungeschnürt. Ich hatte am Morgen Obst gegessen, eine Kiwi und zwei Äpfel der Marke Pink Lady. Letztere – so vermute ich – waren äußerlich stark behandelt worden. Selbst nach mehrmaligem Abwaschen reichte es noch locker, um mir zunächst heuschnupfenartige Symptome wie juckende Augen zu bescheren. Das rechte beruhigte sich dann wieder, das linke schwoll fast zu. Selbst der Glaskörper war betroffen.

Ich war kurz davor zum Notarzt zu fahren. Das Problem ist nur, dass ich grundsätzlich erst zu einem Arzt gehe, wenn es gar nicht mehr anders geht, sprich, wenn das Auge schon rausgefallen ist. (Jedenfalls habe ich mir vorgenommen, nie wieder einen Apfel dieser Sorte zu essen. Meistens esse ich Braeburn-Äpfel. Die sind allerdings auch nicht immer frei von Verdachtsmomenten. Denjenigen, den ich heute morgen aß, konnte ich aber glücklicherweise wieder ohne Nebenwirkungen zu mir nehmen. Herzlichen Dank.)

Im Laufe des Nachmittags wurde es dann langsam besser, allerdings hatte ich mindestens Merkmale einer leichten Infektion. Den Start ins neue Jahr hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt.

Schon ein paar Mal in den letzten Wochen war mir nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel unwohl geworden. Plötzliche Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme und andere Nettigkeiten stellten sich ein. Klar, Kopfschmerzen können viele Ursachen haben. Wenn man aber gerade vom Mittagstisch beim Chinesen zurück kommt und genau wie beim Mal davor aus dem Nichts besagte Schmerzen auftreten, dann denkt man unwillkürlich an Geschmacksverstärker etc. Heute gleich wieder: Pommes und ein Chicken Wrap beim Amerikaner (Mc Donald’s) und schon drückt der Schädel. War es die Soße oder doch der Teigmantel samt Gewürzmischung?

Nun gut, an Laufen war nicht zu denken, dafür hatte ich am Sonntag zumindest noch für „Vorrat“ gesorgt, indem ich zwei Runden um die Alster gerannt war. Das kam nur dadurch zustande, dass ich unterwegs einen Freund getroffen hatte. Eine dreiviertel Runde bestritten wir dann samt Unterhaltung gemeinsam: Ich wurde langsamer und er spazierte schneller. Am Ende verabschiedeten wir uns vorm Atlantic. Ich fror, war klitschnass und hatte, je nach Tempo, noch gut 15 Minuten bis Bobby Reich vor mir. Ich stöpselte also die Ohrhörer wieder ein und rannte los wie ein Irrer. Was tut man nicht alles, wenn einem kalt ist.

Zu Hause wartete bereits die warme Wanne. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal innerhalb weniger Tage so oft gebadet habe. Ohne Badewanne wäre ich gestorben! Und ohne Wanne hätten sich nach den vielen Kilometern der letzten Tage meine Beine kaum erholt.

Die DVD-Auswahl für den heutigen Abend: Lost in Translation. Alternativ: Syriana oder The Good Shepherd. Mal sehen.

Übrigens: Frohes neues Jahr!