Du Schwein! – Mach weiter!

Drängler gibt es nicht nur auf der Autobahn, und Schlafmützen nicht nur in der Schule. Beide Kategorien sind in der ewigen Beziehung zwischen Männlein und Weiblein auch zahlreich vertreten. Soweit so gut. Jedem das Seine, mir das Meiste!

Dem Männlein drängt sich immer mal wieder in regelmäßigen Abständen der Verdacht auf: halte ich es mit mehr Ungeduld, wird gemeckert, lasse ich mir Zeit, wird auch gemeckert! Was also tun? Die Schuld bei sich selbst suchen? Erstmal grundsätzlich den anderen, besser gesagt: die andere, verantwortlich machen? Drüber reden? Mehr reden? Mehr drüber reden?

Aber was tun, wenn von heute auf morgen Funkstille herrscht? Zum Schreibgerät greifen, eine SMS, eMail oder gar einen Brief schreiben? Letzteres ist die „altmodische“ Art und führt leider auch nicht verlässlich ans Ziel, kann aber durchaus Auslöser von Funkstillen sein.

Ist am Ende alles nur eine umständliche Aufforderung zu noch mehr Einsatz, noch mehr Bemühen, noch mehr Hingabe, noch mehr Geduld?

Das ist häufig schwer zu sagen, denn wer selbst nicht weiß oder merkt, welche – positiven oder negativen – Signale er/sie aussendet, darf sich nicht wundern, wenn Drängler zu Schlaftabletten werden und Schlafmützen auf der Überholspur Amok laufen.

Ich schlage ausdrücklich nicht den goldenen Mittelweg vor, und eigentlich auch nicht das angemessene Verhalten aus der Situation heraus. Ich stelle lediglich drei Dinge fest: 1. Für sein Herz kann man(n) nichts. 2. Immer gerade durch die Mitte, der eigenen Nase nach, und 3. Wer zu spät kommt, den bestraft der Nebenbuhler.

A bad day at Golf is better than a good day at work

Im Herbst 2003 war ich das erste Mal auf einer Driving Range. Das war in Gleidingen bei Hannover. Sporadisch von da an dann immer mal wieder, leider auch mit monatelangen Pausen dazwischen. Nach einem Italien-Urlaub 2005 hatte mich der Golf-Virus dann ganz infiziert. Fast jeden Sonntag ging es zu Red Golf nach Hamburg Moorfleet. Dort geht es sehr locker zu und die Preise sind mehr als human.

Gestern Morgen habe ich dann (nach vier Jahren) zusammen mit einem Freund meine allererste Trainerstunde gehabt. Es war natürlich vorher klar, dass ich mir über die Jahre eine Menge Fehler beigebracht hatte, doch als nach fünf Minuten gleich der Griff verändert werden sollte, kam ich etwas ins Grübeln. Eine Stunde später sah die Welt dann schon wieder rosiger aus. Björn, unser Trainer, hatte ein paar Dinge mit uns geändert, geübt und uns dann in Richtung Quickborn verabschiedet. Dort gibt es von Red Golf einen weiteren Platz, der allerdings keine neun, sondern nur sechs Bahnen hat. Von halb zwei bis halb sieben haben wir dann insgesamt 18 Löcher gespielt.

Wenn alles gut läuft, haben wir in zehn Tagen unsere Platzreife. Das Vorspielen am Sonntag Morgen hat jedenfalls gezeigt, dass die Pausen und das reine Putten- und Abschläge-Üben in den letzten Jahren nicht umsonst war, sondern uns auf dem Platz schon ganz gut aussehen lässt.

Auf einem Schild am Abschlag der letzten Bahn in Quickborn ist der schöne englische Spruch aus dem Titel dieses Eintrags zu lesen. Er stimmt sicherlich nicht immer, aber meistens. Dabei war es ja noch nicht mal ein schlechter Tag, ganz im Gegenteil.