Eine Woche Berlin (1)

Fünf Tage lang bin ich zu einer Schulung in Berlin. PR-Konzeptionierung und -Budgetierung stehen auf dem Lehrplan. Der Kurs wird mehrmals jährlich vom PR Kolleg in der Klosterstraße 64 angeboten.

Tag 1-2: Die Unterkunft

Die Eastside Pension liegt in der Schönhauser Allee im Stadtteil Prenzlauer Berg, nicht allzu weit entfernt vom Alexanderplatz. Man gelangt über den angrenzenden Laden der Strauch Kaffeerösterei an die Schlüssel zur Unterkunft. Im Hinterhof liegen die Zimmer. Das zunächst Erfreulichste an meiner Einzelbehausung ist bei meiner Ankunft die Tatsache, dass das Zimmer, bei über 32 Grad Außentemperatur und quasi stehender Luft, kühl wie ein Kellerraum ist. Der Blick in den Hof zeigt warum. Die Häuserfassaden ragen steil und mehr als fünf Stockwerke hinauf wie steile Felswände. Schatten ist hier Tagesgeschäft – egal zu welcher Jahreszeit.

Ich zog die Vorhänge zu und packte meinen Koffer aus. Das Badezimmer mit Dusche und Toilette ist noch relativ neu und angenehm sauber. Ein Fernsehgerät mit Kabelanschluss steht am Fußende des Bettes auf einem Servierwagen. Ich fühle mich gleich wie zu Hause; der Fernseher ist das gleiche Gerät wie in meiner Wohnung in Hamburg. Ich bin in Zimmer Nr. 2 untergebracht. Die drei Schlüssel, die mir Frau Anders überreicht hat, behalte ich bis zum Ende meiner drei Übernachtungen. Der Ort der vierten steht noch in den Sternen. Hier wird es jedenfalls nicht sein, denn für die Nacht von Donnerstag auf Freitag sind weder Einzel- noch Doppelzimmer zu haben. Schade! Das Zimmer (sicherlich das Kleinste in der ganzen Pension) kostet übrigens mit Frühstück 37 Euro. Letzteres nimmt der Gast ab acht Uhr morgens in der besagten Kaffeerösterei ein, die für sich genommen bereits ein Highlight ist. Der Raum ist wunderbar eingerichtet, vollgestopft mit Kaffeesorten, Teespezialitäten, Likören und anderen wunderbar verpackten Genussmitteln.

Am ersten Morgen sitze ich auf einem Holzstuhl vor dem Geschäft auf dem Bürgertsteig. Vor mir auf dem Teller Apfel- und Kiwischeiben, Salami und Parmaschinken, dazu einen Rotbusch-Tee. Das Mehrkorn-Brötchen belege ich mit Schinken und lasse es mir einpacken. Ich hole meine Laptop-Tasche aus meinem Zimmer und mache mich auf den Weg in die Klosterstraße.