Die innere Uhr

Schon mal etwas von circadianen Rhythmen gehört? Auf diesen Begriff stößt man schnell, wenn man bei Google das Stichwort Innere Uhr eingibt. Meine Blogeinträge, oder vielmehr die nicht getätigten, in den letzten sieben Tagen haben eine Menge damit zu tun. Abgesehen davon, dass ich zum einen im Job ziemlich viel zu tun habe, und zum anderen z. Zt. zu viele Interessen gleichzeitig mit dem gleichen Zeitaufwand verfolgen möchte, habe ich wieder diejenige Phase im Jahr erreicht, meistens im Frühsommer, die mich über einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen jeden Morgen zur gleichen Zeit aufwachen lässt. Ich brauche also keinen Wecker mehr zu stellen, denn seit letzten Montag wache ich stets um 6.20 Uhr auf.

Das ist soweit nicht betrüblich. Es sei denn,… ich schaffe es nicht vor Mitternacht einzuschlafen. Dann nämlich wird der so früh begrüßte Tag ziemlich beschwerlich. Erwähnte ich bereits, dass ich in der Regel keinen Kaffee trinke? Letztes Jahr z. B., als ich in zwei verschiedenen Büros mehr oder minder gleichzeitig arbeitete, war das schon anders. Ich erinnere mich an einen Tag, an dem ich mir vier bis acht Espressi einverleibt habe, nur um wach und halbwegs aufmerksam zu bleiben. Das macht ja mit einer Jura-Maschine durchaus auch Spaß, jedenfalls in der Zubereitung, aber das war es dann auch schon mit den positiven Aspekten dabei.

Die kleinen und großen Suchtstoffe. Dazu passt, dass ich mir heute Abend Thank you for smoking auf DVD angesehen habe. Der Protagonist des Films ist Pressesprecher der Tabak-Lobby mit Sitz in Washington D.C. Es geht also auch um PR-Arbeit, allerdings auf die amerikanische Art. Groß, pathetisch, direkt durch die Mitte. Lobbyismus in Reinkultur. Neben der exzellenten Besetzung und den guten Dialogen überzeugt der Plot vor allem durch jeden Verzicht auf Puderzucker. Die Scheiße wird als das verkauft, was sie ist: als Scheiße. Dennoch hatte ich irgendwie mehr erwartet. Ich hatte den Film als eine 1 erwartet, er ist aber höchstens eine gute 2. Die Punktabzüge ergeben sich aus der Geschichte, die eigentlich nur ein lockerer Rahmen ist für zwei Dinge: die Vater-Sohn-Beziehung des Hauptdarstellers (, wobei der Sohn eigentlich der Hauptdarsteller ist) und die Vorstellung der seltsame Blüten treibenden Nebendarsteller, die zu skuril sind, um nicht echt zu sein. Ich werde den Film sicherlich noch einige Male gucken, allein schon, um das eine oder andere versteckte Detail zu entdecken, denn besser als die meisten Filme in letzter Zeit ist er allemal.

Jetzt werde ich noch ein Gläschen Rotwein trinken und dazu die neue CD von Malia auflegen. Young Bones ist ihr drittes Album und eine ziemlich einzigartige Mischung aus Soul, Jazz und Pop. Dringend zum Kauf empfohlen! Und wie ich heute gelernt habe: die Axt im Haus erspart den Handwerker!

Mal sehen, wer morgen eher dran ist!? Denn trotz meiner inneren Uhr habe ich natürlich – wie immer- den Wecker gestellt.