The dream of the blue turtles

Nachdem ich heute morgen um halb sieben aufgewacht bin (wie üblich früh, wenn man halbwegs ausschlafen kann…), kam wir plötzlich eine Zeile aus Love Is The Seventh Wave von Sting in den Sinn. Ehe ich mich versah, summte und sang ich das Lied auch schon, jedenfalls soweit es meine Textkenntnisse noch zuließen. Seine Reggea-Anleihen und der trübe graue Himmel mussten es wohl genau jetzt auf den Plan bringen…

Die Nacht war jedenfalls deutlich länger, als einen Tag zuvor, wo nur gute drei Stunden Schlaf zu Buche standen. Das kommt wohl letztlich davon, wenn geübte und überzeugte Tee-Trinker für einen Tag neben der üblichen „Cola-Methode“ auch noch auf Kaffee umsatteln. Wenn ich an einem normalen Tag mehr als eine Tasse Kaffee trinke, dann bekomme ich quasi Herzrasen. Aber normale Tage führen bei mir auch nicht zum Kaffeetrinken. An einem Tag wie vorgestern halten mich zwei Tassen wach, wenn ich aufmerksam sein, leider aber auch noch dann, wenn ich schlafen muss. Der etwas „weniger frische“ Tag gestern endete dann mit der unvermeidlichen Phase am Abend, in der sich plötzlich alles sinnlos und leer anfühlt. Wozu das alles? Ich ließ es laufen und ertrug es mit dem Ausblick auf angenehmere Gefühle und Perspektiven am nächsten Tag, die sich in der Regel durch nachgeholten Schlaf einstellen würden. [Preisfrage: Wie oft kommt das Wort Tag in diesem Absatz vor?]

Der Fernseher berieselte mich und selbst eine alte Magnum-Folge erschien mir plötzlich als ungewohnt ernst, fast humorlos und unwirklich. Zuvor hatte ich beim Durchwandern der üblichen Freitagabend-Talkshows auch ein paar Minuten der z. Zt. üblichen EPO-Beichte-Dosis lauschen können. Der ehemalige Radsport-Profi Marcel Wüst saß in der MDR-Sendung Riverboat und wurde von allen Seiten so nett behandelt, dass es vor der Sendung wohl geheißen haben könnte: Liebe Talk-Gäste, stellen Sie bitte alle kritische Fragen, tun sie nicht so, als seien sie betroffen, lachen sie viel, schauen sie auch bitte nicht so, als seien sie betroffen, wir fragen Herrn Wüst schon selbst, ob er auch gedopt hat. Denken sie dran: Herr Wüst ist Experte bei unseren ARD-Übertragungen, und obwohl wir nicht wissen, ob im Juli überhaupt noch ein Mensch die Tour de France ansehen wird, geschweige denn, ob sie überhaupt stattfinden wird, so müssen wir doch auch an unsere eigenen Interessen denken. Bei uns sitzen sie schließlich in der ersten Reihe.

In der ganzen Diskussion kommt mal wieder die typische (deutsche) Schizophrenie durch. Sprich: was wollen die Leute eigentlich, wie naiv sind sie denn und welche „Mittelchen“ nutzen sie denn Tag für Tag, um ihre großen und kleinen Ziele zu erreichen? Womit wir wieder bei Sting wären. Ich interpretiere den Titel seines Albums, aus dem mein morgendlicher Ohrwurm stammt, einmal als Gleichnis für eine Utopie. The dream of the blue turtles. Der Traum von etwas, das es nicht gibt, und wohl auch niemals geben wird, es sei denn in Träumen und Abwandlungen der Realität.

Ich würde Doping zwar gemeinhin als Systemfehler betrachten, allerdings nicht mehr als solchen bezeichnen. Denn der unumstößliche Grundsatz lautet ja schließlich: the show must go on! Das Problem ist nur, dass der Beigeschmack mittlerweile die Hauptzutat geworden ist und das Ausmaß an Selbsttäuschung über Markt- und Gesellschaftsmechanismen endlos zu sein, dabei aber gerade einen nicht unangenehmen, letztlich aber nur vorübergehenden, Einschnitt zu erfahren scheint.

Vor gut einem Jahr nahm ich an einem Praxisseminar der DPRG in Stuttgart teil. Thema waren (gesetzliche) Neuerungen in der Unternehmensberichterstattung. Es drehte sich also um Finanzkommunikation. Dort hörte ich auch etwas über CR bzw. CSR. Corporate (Social) Responsibility. Das fiel mir heute wieder ein, weil ich die Bezeichnung zuletzt gerade irgendwo gesehen hatte und weil es zum Doping-Thema passt, wie auch zu allen anderen (globalen) (Panik-)Themen auf der Agenda, von CO²-Austoß bis Terror, von Kindererziehung bis Atomenergie. Was wahr da los, Herr Bell? fragte DER SPIEGEL in der Rubrik Gesellschaft (Szene) diese Woche wie üblich einen Menschen, der auf einem ungewöhnlichen Bild abgebildet ist. Herr Bell ist dort mit einer Begleiterin zu sehen, mit der er in Strand-Outfit auf Spitzbergen im Schnee sitzt, was sie nach eigenem Bekunden nur drei Minuten aushalten konnten. Jedenfalls kommt Herr Bell aus England und erkärt dort Verbrauchern, „wie man im Alltag Energie sparen kann“.

Zu der an Herrn Bell gestellten Ausgangsfrage und den aktuellen (Panik-)Themen fällt mir als Antwort nur ein: Immer zuerst vor der eigenen Tür kehren. Ich würde das eigetlich IR nennen, aber das bedeutet ja schon Investor Relations. Daher nenne ich es SR (Subjective Responsibility). Das liegt nicht jedem. Das ist auch nicht bequem und eher komplex bis kompliziert. Ich habe allerdings den Eindruck, dass an dem folgenden Ausspruch mehr als nur etwas dran ist: Vor den Erfolg hat der liebe Gott das Bemühen gestellt.

Jeder ist schon noch Herr seiner eigenen Entscheidungen. Womit wir wieder beim Radsport-Doping wären, denn wie Herr Wüst gestern so schön sagte: am Ende jeder Kette und jeder (Team-)Konstruktion (im Radsport) steht ein Mensch, hier ein Sportler, der eine Entscheidung (für sich) treffen muss. Beweggründe und Zwänge hin oder her, nur er allein entscheidet. Wir alle entscheiden wohl auch (ein bisschen) mit, indem wir den Fernseher einschalten, eine Eintrittskarte kaufen, ein (beworbenes) Produkt erstehen oder einfach nur unseren Kindern all das vorleben.

Es gibt ein schönes und passendes Lied von Bruce Springsteen dazu: With Every Wish (There Comes a Curse). Also die Geister, die ich rief. Dazu gehören ja nun auch unsere liebsten Spielzeuge Handys, Computer und das Internet an sich. Ich hörte vorgestern eine schöne Bezeichnung für ein Blackberry, diese kleinen Geräte, die einen Menschen unverzichtbar machen. Oder ist es umgekehrt? Jedenfalls nannte ein Rechtsanwalt es Hundemarke, was zutreffend und amüsant zugleich ist. Weniger ist also mal wieder mehr.

Ich gehe jetzt übrigens Laufen. Gestern musste ich ja leider meinen kleinen Läufer-Rausch nach vier Tagen am Stück unterbrechen…

Falling Man

In der Süddeutschen Zeitung von gestern ist im Feuilleton ein Beitrag von Jörg Häntzschel über das neue Buch von Don DeLillo zu lesen. Falling Man heisst es, und mit ihm wagt sich erstmals einer der Größten seiner Zunft an das Thema 11. September heran.

Vorweg gleich soviel: dies ist keine Buchbesprechung, allein schon deshalb nicht, weil ich das Buch noch nicht gelesen habe. Zum Zweiten: die Kernaussagen des SZ-Autors teile ich nicht. Er war wohl zur Buchpremiere vor Ort und hat anscheinend das amerikanische Original bereits lesen können. Diesen Vorsprung kann ich nicht einholen. Ich kann aber die Frage stellen, ob die von ihm kritisierte literarische Herangehensweise von DeLillo an den Tag im September vor jetzt fast sechs Jahren so tatsächlich haltbar ist?

Meine Antwort darauf kann aus oben beschriebenen Gründen nicht klar ausfallen, bedeutet letztlich aber ein Nein. Dies vor allem deshalb, weil ich nicht die Meinung teile, dass es unpassend ist, den 11. September als geschlossenen Kosmos darzustellen, eben ohne Durchleuchtung und Verarbeitung der daraus resultierenden Folgen (Kriege etc.). Das wurde mir spätestens am Ende des Artikels klar, als ich noch einmal auf das Bild daneben sah: Das durch eines der zwei Flugzeuge in eines der Hochäuser gerissene Loch. Der Einschlagskrater, der noch dampft und lose Metallträger, Glassplitter und Innereien aus den freigelegten Büroräumen zeigt.

Trotz aller Folgen, die sich aus den Ereignissen an diesem Frühherbstmorgen im Jahr 2001 ergeben haben, und sich ständig weiter fortsetzen, ist der Tag ein für immer verriegelter und abgeschlossener Zeitraum. Da ändern auch die mediale Beschallung und die visuellen Wiederbelebungsmaßnahmen nichts. Das hat einen einfachen Grund: Selbst durch später erfolgte Dokumentationen, Rekonstruktionen, Spielfilme, Bücher, Fotos etc. lässt sich das Unfassbare nicht begreifen. Die Vorgänge dieses Tages an sich entziehen sich dem menschlichen Zugriff. Wir können letztlich nicht begreifen, was dort geschehen ist. Das wird mir immer klar, wenn ich auf Fotos oder bewegte Bilder dieses Tages blicke. Ich denke jedes Mal: das ist doch nicht wirklich passiert, oder?! Das kann doch nicht wahr sein!?

Um etwaige Kritik an der Bush-Administration oder der Entwicklung in den bzw. der USA zu üben, ist ein Sachbuch im Zweifel das geeignetere Mittel. Al Gore macht es ja gerade vor mit seinem Rundumschlag „The Assault on Reason“ („Der Angriff auf die Vernunft“). Zudem hat jeder (Roman-)Autor seinen eigenen Blick auf die Dinge, hier: seine eigenen Erlebnisse und Assoziationen mit 9/11. Da erscheint es mir eben gerade nicht weltfremd und naiv, das Grauen des 11. September immer wieder zu beschwören, „als hätten nicht andere mit perfideren Absichten es bereits getan“.

Ich war damals nicht vor Ort. Ich habe, wie wohl die meisten, die Geschehnisse via TV verfolgt. Das Internet war ja mehrere Stunden am Tag X quasi zusammengebrochen. Nach drei Wochen habe ich für mich den Entschluss gefasst, mir nichts mehr anzuschauen und das Grübeln und Verstehen-Wollen einzustellen. Sonst würden die Flugzeuge noch heute fliegen.

Das Buch werde ich mir im Oktober sicherlich kaufen, allein schon, weil ich seit Underworld ein großer Bewunderer von Don DeLillo bin. Auch auf die Gefahr hin, dass die Endlosschleifen der Einschläge auf meiner Hirnleinwand wieder einsetzen werden. Eins ist jedenfalls klar: Die Flugzeuge fliegen noch immer, ob wir das wollen oder nicht. Wir können versuchen, das zu begreifen und uns öffnen, um dies besser zu erreichen, aber wir können sie nicht mehr (rechtzeitig) zur Landung zwingen.

Ode an das Laufen

Spontaneität zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Heute gab es das auch ohne Widerspruch. Das sind diese besonderen Momente, wenn alles passt. Wenn überhaupt die Zeit da ist, wenn das Wetter stimmt, der Rhythmus, eigentlich alles. Dann ist die perfekte Zeit, um zu Laufen.

Allerdings laufe ich fast grundsätzlich immer schneller, wenn ich alleine unterwegs bin. Besonders dann, wenn im iPod Shuffle so treibende und gute Laune spendende Lieder laufen wie The Seed 2.0 von The Roots oder It Takes A Thief von der Thievery Corporation. Letzteres am besten in der Version, wie sie auf DJ-Kicks: The Exclusives zu finden ist! Dann laufen die Beine quasi von allein. Dazu knapp 20 Grad Celsius, blauer Himmel und ungestörter Blick auf die Außenalster. Läuferherz, was willst Du mehr?!

Die Quittung für das erhöhte Tempo kommt dann spätestens am nächsten Morgen.

Das Wetter soll so bleiben. Morgen also gleich wieder…

Shoppen

Wenn ich mich recht erinnere, gabe es in den 90er Jahren ein Theaterstück mit dem Titel Shoppen & Ficken von Mark Ravenhill. Dass der Titel in erster Linie das Lebensgefühl und die begrenzte Realisierbarkeit von Wünschen und menschlichen Bedürfnissen in der Großstadt (und anderswo) einer Generation wiederspiegelt, liegt fast auf der Hand. Mit dem bösen F-Wort im Titel kann man heute wohl kaum noch jemanden schockieren, geschweige denn provozieren. Man könnte beschreibend auch sagen: tausche Seelenstriptease gegen (echte) große Gefühle!

Der Film Shoppen von Ralf Westhoff legt eine ähnliche Assoziation nahe. Hier geht es um das Liebesleben der Großstädter aus München und um zu. Das Mittel zum Zweck: das so genannte Speed-Dating. So weit so gut. Dieser Film würde sicherlich auch als reines Hörspiel erfolgreich sein – die Dialoge sind überragend geschrieben.

Ich war also gestern im Kino. In einem kleinen Programm-Kino, um genau zu sein. Im Abaton. Zusammen mit einer Freundin. Wir kamen als erste und gingen als letzte. Dazwischen war es rappelvoll.

In jedem der Charaktere des Films konnte man sich mehr oder weniger wieder erkennen. Eine Chance, an das – wohl von allen – begehrte Ziel zu gelangen, muss natürlich hart erarbeitet sein. Manchmal hilft vielleicht auch schon ein Augenzwinkern. Die Losung könnte auch wie folgt umschrieben sein: Weisheit ist, wenn man den Anderen ihr Anderssein verzeiht. Habe ich schon häufiger in einem U-Bahn-Monitor als „Spruch des Tages“ gelesen. Stimmt trotzdem.

Gleichzeitig muss ich mir natürlich auch mein Selbstsein erlauben. Wissenschaftlichen Erhebungen zufolge kommt es darauf aber (größtenteils) gar nicht an. Beim Kennenlernen auf Zeit entscheidet danach vor allem das Äußere, und zwar so wie es herüber kommt. Mein Erscheinungsbild bewirkt etwas – oder aber eben nicht. Schlechte Voraussetzungen aber für Menschen, die sich die Zeit nehmen müssen, um zu wirken oder zu sich selbst zu finden. Die Zeit braucht (bis auf eine Ausnahme im Film) nach den Stoppuhr-Begegnungen auch jeder, um etwas aus seinem ersten Eindruck zu machen. Da bietet es sich der Zweckmäßigkeit halber an, gleich – wie einer der „Dater“ – bei allen hinterher ein Kreuz zu machen, damit die Chancen auf eine weitere, längere, Begegnung steigen.

Shoppen muss ja nicht gleich wieder zum Generationenportrait hochstilisiert werden, aber er ist wirklich mehr als sehenswert. Er ist einfach entwaffnend menschlich. Dazu passt übrigens ein ebenso unterhaltsames, wie freizügiges Buch von Adam Thirlwell. Es heisst Strategie und ich möchte es zur Lektüre empfehlen.

Auf der Website zum Film wird von München als der Single-Hauptstadt gesprochen. Ich weiß nicht, ob das so ist. In jedem Fall gibt es auch einigen regionalen Bezug in der Handlung, Stichwort: der Holzhändler aus Partenkirchen, nicht Garmisch! Sicherlich hat jede Stadt ihre Eigenarten und natürlich wäre der Film ein anderer, spielte er in Berlin, Hamburg oder Köln. Es ist ein Großstadt-Film, aber was bedeutet das? Wenn ich in dem Haus, in dem ich zur Miete wohne, es schon nicht schaffe, Kontakte aufzubauen und zu halten, wie soll das dann erst in meinem Stadtteil oder der ganzen (egal wie großen) Stadt funktionieren? Wahrscheinlich so schrullig direkt, wie zu Beginn des Films: mit Direkt-Akquise vorm Zigaretten-Automaten, nach dem Motto: Wenn Du meine Handy-Nummer aufschreibst, dann höre ich auf, dich vollzuschwallen…!

Einziger Kritikpunkt ist vielleicht das etwas abrupte Ende des Films, das mit zwei Einstellungen auskommt, die freilich einen wohltuenden Kontrast zum Rest des wunderbaren Streifens bilden: Es wird nicht geredet.

Traum in einem Traum

Weißt Du, ich war einmal sehr in Dich verliebt. Das war damals. Aber da war ich ein anderer. Das letzte Mal, dass ich verliebt war, ist jetzt dreieinhalb Jahre her. Manchmal denke ich, ich werde mich nie wieder verlieben, und überhaupt Liebe, was ist das eigentlich?

In den letzten Wochen hatte mich kaum jemand interessiert, geschweige denn eine neue Frau in meinem Leben. Da war niemand, von der ich hätte sagen können, dass sie im Bereich ist, dass sie ein Ziel wäre.

Manchmal bekommt man für etwas eine zweite Chance. Chance. Man muss die Worte mit Leben füllen, ihnen Bedeutung geben. Sie erfahren und empfinden. Sonst bleiben sie groß und doch ganz leer. Es bedarf Mut. Mut.

Jetzt sehe ich Dich wieder und wir beide sind an einem anderen Ort in unserem Leben. Vieles hat sich verändert, aber ich fühle mich doch zu Hause.

Die Zeit wird zeigen, wie nah wir beieinander sind.

Mutter!

„Haben wir nicht alle ein Ding mit unserer Mutter laufen?!“ Die rethorische Frage eines Freundes beantwortet sich gelegentlich, wenn nicht gar ständig, von selbst. Heute ist Muttertag, und die Frage stellt sich, ob man an einem Tag das sagt, was man im Rest des Jahres unterlässt?

Wenn verschiedene Menschen über ihre (verschiedenen) Mütter berichten, dann wird sich sicher neben vielen Differenzen auch viel Übereinstimmung finden.

Ich kann es mir natürlich auch einfach machen und einfach behaupten: Meine Mami ist die beste! Mit der Meinung stehe ich dann vermutlich nicht ganz allein da. Dennoch wissen wir alle, dass das nicht stimmt und nicht stimmen kann. Vielleicht sollte ich daher sagen: Meine Mami ist die einzige, die ich habe.

Ein Freund und (alter) Arbeitskollege wollte mal eine Website einrichten (Mariä Hilf! oder so ähnlich), zu der jeder einen Text mit Bezug zu seiner Mutter schreiben sollte, der das konnte und wollte. Oder mit Rammstein gesagt: Mutter! Die Domain jedenfalls war gesichert, aber das Projekt ist wohl seit einiger Zeit in der Warteschleife. Ich muss ihn morgen mal drauf ansprechen…
Ich könnte hier schon mal einen ersten Eintrag für die Seite schreiben, und werde dies jetzt natürlich auch gleich machen:

Zu meiner Mutter möchte ich jetzt keine sinnbildliche oder bezeichnende Anekdote erzählen. Ich habe Sie heute (kurz) angerufen, und ihr alles Gute zum Muttertag gesagt. Was ich wohl eigentlich damit ausdrücken wollte, war: DANKE.

Das Gute oder Schlechte, das Geliebte oder Gehasste, alles, was einen anderen Menschen in unserer Betrachtung ausmacht, kann letztlich nur so viel Bedeutung haben, wie das Bemühen, das dahinter steckt oder dem vorausgegangen ist. Ich muss nicht sagen, meine Mutter ist perfekt, und auch nicht, dass ich mit meinen Kindern alles anders machen werde als sie. Sie hat mich dankenswerter Weise nicht entgegen meiner Veranlagung und meinem Wesen erzogen. Gleichzeitig hätte ich die eine oder andere „Härte“ nicht nur vertragen, sondern auch verdammt gut gebrauchen können. Hinterher ist man immer schlauer…

Alle Fehler, die sie zweifellos gemacht hat, bleiben für immer an meiner Seite und haben letztlich auch einen Menschen aus mir gemacht. Trotz eines überdurchschnittlichen Einfühlungsvermögens, das ich mir eigen nennen kann, kann ich nicht annähernd ermessen, was es bedeutet, Mutter zu sein. Ich ahne es hier und da, und kann mich vor Ihrer Leistung nur respektvoll und dankbar verneigen.

Ich denke, jeder weiß, wohin er gehen kann, wenn nichts mehr geht, und wer zuhört, wenn es schwer fällt, etwas zu sagen, was gesagt werden muss.

Jeder, der – nennen wir es mal – unzufrieden mit seiner Mutter ist, oder gar noch schlechter auf sie zu sprechen ist, sollte wissen, dass sie trotzdem der Weg in diese – zugegeben manchmal – eigenartige Welt gewesen ist. Und im Sinne meines Blog-Titels meine ich nicht merkwürdig oder seltsam, sondern individuell, eine eigene Art, speziell oder besonders.

In diesem Sinne: Seid eigenartig!

Übrigens: Ich empfehle als musikalische Begleitung Mother we just can’t get enough von den New Radicals